Schwerin. In Schelfwerder, dem Waldgebiet zwischen Schelfstadt und dem Stadtzentrum, fallen Bäume reihenweise um. Nicht nur einer. Nicht nur zwei. Eine ganze Reihe. Der Wanderweg, der dort eigentlich lang führen sollte, wird zunehmend zu einem Parcours aus umgestürzten Stämmen und halb kippenden Riesen. Für Wanderer, Radfahrer, Familien mit Kindern — ein Risiko. Für die zuständige Stadtverwaltung offenbar: noch kein Problem.
Schelfwerder ist einer der wenigen Naherholungsgebiete, die Schwerin zu bieten hat. Ein kleiner Wald mitten in der Stadt. Die Wälder drumherum — auch die privateigentümerlichen — machen es nicht besser. Wer dort spazieren geht, tut das zunehmend auf eigene Gefahr. Und zwar nicht wegen der Wildschweine. Wegen der Bäume.
Der Wanderweg in Schelfwerder ist für Wanderer nicht mehr ohne Weiteres passierbar. Bäume versperren den Weg, Wurzeln ragen heraus, Äste hängen herab.
Wanderweg statt Minenfeld
Was man dazu wissen muss: Schelfwerder ist kein unbekanntes Waldstück irgendwo am Stadtrand. Es ist ein Naherholungsgebiet, das offiziell als Wanderweg ausgewiesen ist. Kinder aus der Schelfstadt gehen dort hin. Familien fahren mit dem Rad. Und irgendwann kommt dann die Meldung, dass wieder ein Baum umgekippt ist. Und dann passiert: erstmal nichts. Bis der nächste umfällt.
Die Forstämter — ob Land oder Stadt, ob privat oder öffentlich — haben alle Hände voll zu tun. Klar. Es gab in den letzten Jahren Stürme, Käferbefall, Trockenheit. Bäume, die durch den Klimawandel geschwächt wurden, kippen leichter um. Das ist ein bekanntes Problem. Nur eben: Ein Wanderweg ist kein Naturschutzgebiet, das man einfach sich selbst überlassen kann. Wenn dort Menschen langlaufen, hat jemand eine Verkehrssicherungspflicht. Und die liegt bei der Stadt.
Aber Schwerin hat gerade Wichtigeres zu tun. Die Stadtverwaltung beschäftigt sich mit dem Bau-Turbo und dem Agentic Hub. Der Ordnungsdienst überwacht Parkverstöße. Und in Schelfwerder wartet man darauf, dass jemand kommt und die Bäume wegräumt.
Wenn erstmal wer ernsthaft was abbekommt, wird es eine Runde geben, in der alle bedauern, dass das nicht früher aufgefallen ist. Und dann wird ein neuer Wanderweg angelegt. Vielleicht.
Foto: Andres Medina / Unsplash (CC0)
Quellen: Ostsee-Zeitung
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