Schwerin. Es war einer dieser Momente, die nur Mecklenburg-Vorpommern hinbekommt: Das Stadion im Lambrechtsgrund, zwei Jahre lang bevorzugter Ausweichparkplatz für Großveranstaltungen in der Sport- und Kongresshalle, bekommt seinen Rasen zurück. Einen richtigen, grünen, funktionierenden Rasen. 100.000 Euro lässt sich die Lambrechtsgrund Betriebsgesellschaft das jetzt kosten. Nur um den Zustand wiederherzustellen, den man vor der Parkplatznutzung einfach mal so geändert hatte.
Von wegen „Wir halten unser Wort“
Geschäftsführer Wieland Schaible sagt: „Wir geben den Fußball-Frauen, Footballern und Leichtathleten die Flächen in einem besseren Zustand zurück als sie vor der Parkplatznutzung waren.“ Klingt gut. Hört sich gut an. Hat nur den kleinen Haken, dass man die Flächen überhaupt erst in einen schlechteren Zustand versetzt hat, indem man dort zwei Jahre lang Autos parkte, wo sonst Sport stattfand. Das nennt man andernorts vielleicht „Rückbau“ — hier nennt man es „Investition in die Sportinfrastruktur“.
Dass die neue Radsporthalle trotz Verzögerungen im Stahlbau „jetzt so weit vorangeschritten“ ist, dass der Ausweichparkplatz nicht mehr gebraucht wird, ist natürlich frohe Kunde. Die Bürgerinitiative, die von „absurdem Projekt“ sprach und Lärm sowie Verkehrsbelastung in der Von-Flotow-Straße befürchtete, darf sich bestätigt fühlen — auch wenn das niemand offiziell so sagen wird.
„So einen hervorragenden Rasen hatte das Stadion noch nie.“ — Wieland Schaible, Geschäftsführer
Immerhin: Der Schotter aus dem Stadion wird für die neuen Parkplätze unter der Radsporthalle wiederverwendet. Da freut sich die Umwelt. Und immerhin — ab Anfang Juni können die Vereine das Stadion wieder nutzen. Nur noch ein paar Wochen. Nach zwei Jahren.
Bei Großveranstaltungen könnte es an Oktober trotzdem eng werden mit Parkplätzen, Besucher werden gebeten, „möglichst öffentliche Verkehrsmittel oder das Rad zu nutzen“. Das klingt nach Vision. Oder nach Mangelverwaltung. Schwerin halt.
Foto: Symbolbild Stadion — Pixabay
Quellen: Stadt Schwerin, Nordkurier
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