Gesellschaft

MV ist Letzter beim E-Auto – aber die Ladesäulen sind voll: Das Infrastruktur-Paradox der Provinz

2,06 Prozent. Das ist der Anteil von Elektroautos an allen Pkw in Mecklenburg-Vorpommern. Platz 15 von 16 Bundesländern. Nur Sachsen-Anhalt ist schlechter. Das ostdeutsche Gefälle ist nicht neu, aber es ist schonungslos dokumentiert in der Studie „Autonation im Wandel 2026″.

Die Ladestationen stehen leer

Aber Moment – es gibt auch gute Nachrichten. Die Ladeinfrastruktur ist im Verhältnis zur Fahrzeugzahl verdammt gut. Nur 6,8 E-Autos teilen sich einen öffentlichen Ladepunkt. Im Bundesdurchschnitt sind es fast neun. Das klingt erstmal nach einem Grund, stolz zu sein.

Das sogenannte Infrastruktur-Paradox zeigt sich besonders im Osten: Die Ladepunkte sind vorhanden – die Zahl der Elektroautos wächst jedoch langsamer.

Nur: Was nützt die beste Ladeinfrastruktur, wenn sich die Menschen keine E-Autos leisten können? Die Durchschnittseinkommen in MV sind niedriger, Dienstwagen mit Elektroantrieb seltener, gewerbliche Fuhrparks begrenzt. Und die Menschen, die sich ein E-Auto leisten könnten, wohnen nicht zufällig in einer Region, die beim E-Auto-Anteil auf Platz 15 von 16 steht.

Symbolpolitik als Trost

Experten meinen, dass der Gebrauchtwagenmarkt für E-Autos stark wachsen wird. Viele drei Jahre alte Leasingfahrzeuge kommen auf den Markt, oft zu deutlich niedrigeren Preisen. Das klingt nach einer Lösung. Realistisch betrachtet: Die Menschen, die jetzt kein E-Auto kaufen, werden auch in drei Jahren keins kaufen, nur weil ein paar Leasing-Rückläufer auf dem Markt sind. Der strukturelle Unterschied zwischen West- und Ostdeutschland löst sich nicht durch günstigere Gebrauchtwagen.

Das erinnert an die Sprachtalente-Ehrung ohne Landespreis: Man feiert das Vorhandene, nicht das Fehlende. Symbolpolitik statt Substanz. Wie bei den Sprachtalenten war auch hier der Landespreis nicht vergeben – und niemand hat gefragt, warum.

Foto: Julian Herzog / Wikimedia Commons (CC BY 4.0)

Quellen: Schwerin-Lokal

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