Mecklenburg-Vorpommern fördert wieder den barrierearmen Umbau von Wohnungen. Für 2026 stehen zwei Millionen Euro bereit. Klingt erstmal großzügig – ist aber ein Tropfen auf den heißen Stein einer alternden Gesellschaft, die in Plattenbauten aus den Siebzigern dahinrostet.
4.500 Euro Maximalförderung – für wen?
Das Landesförderinstitut (LFI) nimmt Anträge entgegen. Gefördert wird, was das Altern in einer unzureichend gebauten Stadt erträglicher macht: Treppenlifte, Türen-Verbreiterung, Schwellen-Entfernung, rutschhemmende Böden. Alles Dinge, die in einer ordentlich geplanten Stadt schon beim Bau berücksichtigt worden wären.
Der Zuschuss beträgt bis zu 30 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal jedoch 4.500 Euro pro Wohnung.
Seit 2018 wurden insgesamt rund 18,6 Millionen Euro bewilligt. Das klingt nach viel – verteilt auf acht Jahre und Hunderte Anträge ist es eher ein Almosen. Frau Pegel, zuständiger Minister, spricht von „anhaltend hoher Nachfrage“. Das ist die Art von Formulierung, unter der sich Wähler nichts Konkretes vorstellen können.
Das Problem der baulichen Realität
MV hat eine der ältesten Bevölkerungen Deutschlands. Die Wohnungen sind dementsprechend gebaut: schmale Türen, hohe Schwellen, Bäder ohne Haltegriffe. Man richtet sich ein für ein aktives Leben – und dann kommt das Alter, und die eigene Wohnung wird zum Feind. Ähnlich bitter wie die Geschichte in Schwerin-Lankow, wo eine kostenlose Naturheilpraxis für Bedürftige einspringen muss, weil der Staat bei der Grundversorgung versagt.
2 Millionen Euro klingt nach Förderung. Realistisch betrachtet können davon maximal 444 Wohnungen gefördert werden (wenn alle die volle Summe von 4.500 Euro bekommen). Bei 800.000 Haushalten in MV ist das ein Witz. Das ist symptomatisch für eine Verwaltung, die lieber fördert statt plant – man könnte fast von der Vintopie-Methode sprechen: Erst verbocken, dann eine Einzelkämpferin ranstellen, die es irgendwie richten soll.
Foto: Symbolbild barrierefreies Wohnen (via Pixabay-Lizenz)
Quellen: Schwerin-Lokal
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