Mecklenburg-Vorpommern hat ein Problem. Es ist nicht das Geld, nicht die Infrastruktur, nicht die öffentlichen Haushalte, die sich in den letzten Jahren so schlecht entwickelt haben. Es ist schlimmer: Niemand will hierherkommen. Das Institut der deutschen Wirtschaft hat nachgezählt. Ergebnis: MV ist Schlusslicht in Deutschland bei zugewanderten Fachkräften mit Berufs- oder Hochschulabschluss. 6,3 Prozent. Zum Vergleich: Hamburg hat 18,6, Bremen 17,1, Niedersachsen 11,7, Schleswig-Holstein 9,7. MV: 6,3. Und da wundert sich wer? Wirklich?
MV: Kauf dir ein Islandpferd und gewöhn dich dran, hier kommt keiner mehr
Das IW sagt, die überalterte deutsche Gesellschaft ist auf ausländische Fachkräfte angewiesen. Steuern, Renten, Krankenversicherung – alles hängt davon ab, dass genug junge, qualifizierte Menschen nach Deutschland kommen. Und nach MV? Die bleiben weg. Weil das Land öde ist, die Gehälter niedrig, die Karrieremöglichkeiten bescheiden und die Infrastruktur – naja, lassen wir das. Stattdessen beschließt man Sport auf Rezept und macht Energiespartage am Kraftwerk. Das zieht Fachkräfte an. Klar.
„Nötig sei eine rasche Vergabe von Visa an qualifizierte Personen aus Drittstaaten.“
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Das IW fordert schnelle Visavergabe, gezielte Ansprache und eine Willkommenskultur. Klingt simpel, oder? Ist es aber nicht in einem Land, in dem die AfD stabil um 30 Prozent liegt und in dem es populistische Parteien leicht haben, Vorbehalte gegen Zugewanderte zu schüren. Ostbeauftragte Elisabeth Kaiser (SPD) sagt das auch. Kultur der Offenheit sei nötig. Und wer bitte soll die in MV etablieren? Eine Landesregierung, die gleichzeitig Krankenhaus-Schließungen plant und das Land mit Sport-Rezepten statt Arbeitsplätzen versorgt? Viel Glück damit.
Die Wahrheit ist: MV ist gut darin, Menschen zu halten, die schon hier sind. Die, die gehen, nehmen die Loyalität der Verbliebenen als Ausrede. Aber irgendwann ist niemand mehr da. Weder die Locals noch die Fachkräfte. Und dann steht das Land da, mit seinen modernisierten Heizkraftwerken und dem großen Festival in der Innenstadt – und fragt sich, warum niemand mehr kommt. Außer Rentner und Touristen.
Foto: Ron Lach / Pexels
Quellen: NDR Info
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