Schwerin schreibt Kriminalgeschichte: Eine 21-jährige Schwerinerin hat am Dienstagnachmittag einen Imbissverkäufer in Krebsförden mit einer Fleischgabel bedroht — und anschließend ein Stück Fleisch im Wert von zehn Euro gestohlen. Die Polizei nahm die Frau mit 2,04 Promille kurze Zeit später fest. Sie sitzt jetzt in Untersuchungshaft. Das Amtsgericht Schwerin erließ Haftbefehl.
Zur Einordnung: Für zehn Euro Fleisch. Untersuchungshaft.
Das klassische Schwerin-Szenario
Schauplatz war ein Imbisswagen in der Karl-Kleinschmidt-Straße. Die Tatverdächtige soll sich durch eine offenstehende Tür unbefugt Zutritt verschafft haben — ein Detail, das man sich merken sollte. Als der 43-jährige Verkäufer sie bat, den Wagen wieder zu verlassen, eskalierte die Situation auf eine Weise, die man eigentlich nur aus Actionfilmen kennt. Oder aus Schwerin.
Die Beschuldigte griff zur Fleischgabel. Nicht als Besteck. Als Argument.
Promille, Prioritäten, Paragrafen
2,04 Promille. Das entspricht ungefähr einer Flasche Korn auf nüchternen Magen — oder einem ganz normalen Dienstagnachmittag in Teilen Schwerins. Die Polizei fand die Tatverdächtige mitsamt Tatbeute in einem nahe gelegenen Hauseingang. Reste des Imbisses inklusive.
„Die Beschuldigte habe zeitweise eine im Imbiss befindliche Fleischgabel an sich genommen und den Verkäufer damit bedroht.“ — Polizei Schwerin, ganz sachlich
Das Wort zeitweise leistet in diesem Satz übrigens echte Schwerstarbeit. Es impliziert, dass die Fleischgabel auch wieder abgelegt wurde. Irgendwann. Vermutlich nachdem das Fleischstück sicher in Sicherheit war.
Was wir daraus lernen
Erstens: Imbisswagen in Schwerin sollten ihre Türen schließen. Zweitens: Fleischgabeln sind offiziell Waffen — zumindest laut Staatsanwaltschaft Schwerin. Drittens: Zehn Euro Fleisch können zu einem Haftbefehl führen. Die Kosten-Nutzen-Rechnung dieses Plans war von Anfang an… suboptimal.
Die Ermittlungen dauern an. Das Fleisch ist aufgegessen.
Für alle, die sich jetzt fragen, ob Schwerin vielleicht ein strukturelles Problem mit Imbiss-Kriminalität hat — wir verweisen auf unsere Berichterstattung aus der Landeshauptstadt. Die kurze Antwort: Ja.
Quellen: Schwerin-Lokal, NDR MV
Foto: beyzahzah / Pexels (Pexels License)
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