Endlich. Die Kita „Flitzebogen“ auf dem Großen Dreesch hat neue Spielgeräte. Zwei Turnbänke. Eine große Sprungmatte. Zwei Kletterbögen. Ein Bock zum Herunterspringen. Und das Beste: Die Kinder durften alles testen, bevor die Übergabe offiziell war. Also, Fortschritt!
Noch bevor die offizielle Übergabe der neuen Sportgeräte erfolgt war, durften die Mädchen und Jungen der Kita „Flitzebogen“ die neuen Geräte testen.
Oder besser gesagt: Die Übergabe wäre beinahe ins Wasser gefallen. Nicht weil das Hallenbad defekt war. Sondern weil die Kita – wie alle Kitas in Schwerin – händeringend Mittel und Personal sucht. Und weil der Geschäftsführer der Trägergesellschaft lieber in Ruhe gelassen wird. Oder so.
Eine 70 Jahre alte Kita kriegt neue Turnbänke – und das soll eine Nachricht sein
Die Kita „Flitzebogen“ ist über 70 Jahre alt. Über 70 Jahre. Und was kriegt sie? Neue Turnbänke und eine Sprungmatte. Wunderbar. Das ist, als würde man einem 70-jährigen Haus eine neue Farbe geben und es als Sanierung verkaufen.
Das ist der Punkt: Wenn eine Stadt es nicht schafft, eine intakte, altersgerechte Kitlandschaft aufzubauen – wenn neue Spielgeräte zur Meldung taugen – dann stimmt was Grundlegendes nicht. Nicht die Turnbänke. Die Prioritäten. Eine Stadt, die ihre Hallenbäder mit Ferienkalender betreibt, wird es auch bei Kitas nicht richten.
Schwerin hat ein Kitaproblem. Nicht das Kitaproblem. Aber ein Problem. Und dieses Problem wird nicht gelöst, indem man Turnbänke kauft und die Presse informiert. Es wird gelöst, indem man die Strukturen verändert, die Personalnot bekämpft und Träger hat, die nicht nur verwalten.
Aber Schwerin macht es wie immer: Eine Pressemitteilung über Spielgeräte. Ein Foto-Termin. Eine Meldung. Und die 70-jährige Kita bleibt 70 Jahre alt.
Foto: Dmitryi Donskoy / Wikimedia Commons (CC BY 4.0)
Quellen: SN-Aktuell
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