Gesellschaft

Kein Public Viewing zur WM in Schwerin — aber auf Usedom gibt’s Strandkino

Schwerin. Drei Monate vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 ist die Lage in Mecklenburg-Vorpommern übersichtlich — zumindest was das öffentliche Fußballschauen angeht. Wer in Schwerin die Spiele gemeinsam mit anderen Fans verfolgen wollte, schaut in die Röhre. Weder von städtischer Seite noch von privaten Veranstaltern gibt es bislang konkrete Pläne. Nichts. Nada. Kein Public Viewing.

Neubrandenburg prüft noch. Vielleicht. Irgendwann. Vielleicht auch nicht. Greifswald? Fehlanzeige. Und Schwerin? Schwerin hat was Besseres. Schwerin hat das perfekte Angebot: nichts.

Große, flächendeckende Public-Viewing-Events wie bei früheren Turnieren sind in Mecklenburg-Vorpommern zur WM 2026 bislang nicht in Sicht.

Usedom kann’s, Schwerin nicht

Natürlich gibt es Ausnahmen. Die Kaiserbäder auf Usedom planen ein Public Viewing am Eventstrand in Heringsdorf. LED-Leinwand, Ostseeblick, Sitzmöglichkeiten im Sand — das ist immerhin etwas. Kühlungsborn hat auch was vor, allerdings nur Spiele bis 22 Uhr. Das schließt die Mehrheit der WM-Partien aus, weil die Mehrheit der Spiele in den USA, Mexiko und Kanada stattfindet und aus deutscher Sicht um Mitternacht oder später angepfiffen wird.

Aber Schwerin? Die Landeshauptstadt. Die Stadt mit dem Staatstheater, dem Schloss, dem Dom. Die Stadt, die sich bei jeder Gelegenheit „Kulturstadt“ nennt und für die angeblich alles möglich ist. Schwerin bekommt kein Public Viewing hin. Nicht eine einzige Großleinwand im Park, auf dem Marktplatz, in der Schelfstadt. Nichts. Die Stadtverwaltung „hält sich zurück“. Das ist die diplomatische Formulierung für: Wir haben keine Lust, keine Kapazitäten oder keine Ahnung, wie man so was organisiert.

Dabei wäre es nichtmal schwer. Eine Leinwand auf dem Marktplatz. Biergarten-Bestuhlung. Ein Techniker. Das war’s. Aber Schwerin ist damit überfordert. Stattdessen darf man als Schweriner Fan nach Heringsdorf fahren — oder zu Hause allein auf der Couch sitzen und sich fragen, warum ausgerechnet die Landeshauptstadt bei so was immer abgelegen hat.

Vielleicht ja bei der nächsten Gelegenheit. Vielleicht. Wenn die Stadtverwaltung nicht gerade wieder damit beschäftigt ist, den Bau-Turbo zu lockern und behindertengerechte „Service-Büros“ zu planen.

Foto: Ken Lund / Wikimedia Commons (CC BY-SA 2.0)

Quellen: schwerin-lokal.de, NDR

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