Schwerin. Die Stadt braucht einen neuen Oberbürgermeister. Der zweite Wahlgang findet am 26. April statt. Und weil das alles so kompliziert ist, hat man beschlossen, 26.000 Menschen neue Briefwahlunterlagen zu schicken. Freiwillig. Automatisch. Ohne dass jemand darum gebeten hätte.
Ja, denn wer im ersten Wahlgang Briefwahl gemacht hat – und sei es nur, weil man am 12. April nicht im eigenen Wahllokal war, sondern im Stadthaus – der bekommt jetzt automatisch neue Unterlagen. Per Post. Mit Wahlschein. Sogar ein gesonderter Antrag ist nicht nötig, wie die Stadtwahlleitung betont. Als wäre das eine Erleichterung.
Allen Wählern, die bereits im ersten Wahlgang an der Briefwahl teilgenommen haben, auch vor Ort im Stadthaus, werde automatisch ein neuer Wahlschein mit Briefwahlunterlagen nach Hause zugesandt.
Man stelle sich das mal vor: 26.000 Wahlberechtigte bekommen neue Unterlagen. Das sind 26.000 Briefe. Mit Porto. Mit Personal. Mit Druckkosten. Für eine Stadt, die sich nicht mal eine funktionierende Website leisten kann (Stichwort: OB-Wahlergebnis war am Wahlabend nicht online abrufbar).
Die Kandidaten: Ehlers vs. Pfeifer – und niemand interessiert sich dafür
Sebastian Ehlers (CDU) gegen Mandy Pfeifer (SPD/Linke/Grüne). Sozusagen das Duell zwischen dem konservativen Jungpolitiker und der linken Frau, die eigentlich ganz okay ist, aber halt nicht gewinnen kann, weil Schwerin nun mal Schwerin ist.
Das Briefwahllokal öffnet am Donnerstag. Geöffnet: Montag 8–16 Uhr, Di/Do 8–18 Uhr, Mi/Fr 9–12 Uhr, Sa 18. April 9–12 Uhr. Die Stadt bemüht sich redlich, allen alles recht zu machen. Nur eines kann sie nicht: eine aufregende OB-Wahl liefern. Denn die wäre nur dann möglich, wenn mindestens eine der beiden Personen eine interessante Persönlichkeit wäre. Sind sie aber nicht. Ehlers ist der typische CDU-Nachwuchsfunktionär. Pfeifer ist die typische SPD-Linke-in-einer-Region-die-niemanden-interessiert.
Am 26. April wird gewählt. Oder besser: Es wird abgestimmt. Denn eine echte Wahl ist das nicht, wenn die Kandidaten so langweilig sind, dass man sie nicht mal einer Erwähnung in einem Satire-Blog wert findet. Schwerin halt.
Foto: Jon-Luca Klockow (Nordkurier)
Quellen: Nordkurier, NDR MV
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