„Wenn es schnell geht, könnten in einigen Monaten Änderungen beschlossen werden.“ — Bernd Nottebaum (CDU), Interims-OB, über das 24-Stunden-Bootsparkverbot
Es gibt ihn noch. Den Ort, wo Schwerin wirklich lebt. Wo Menschen sind, die einfach nur ihr Boot am Wasser liegen lassen wollen. Und wo die Stadtverwaltung sofort das Regiment holt.
24 Stunden. So lautet das Gesetz. Und die Bürger haben es nicht verstanden.
Seit einer Weile liegt ein Boot zu lange an der Ziegelseepromenade. Ein einziges Boot. Und für Schwerin ist das bereits eine Angelegenheit für den Fachausschuss, die Grünen-Fraktion, den Interims-Oberbürgermeister und eine Versammlung von Anwohnern. Man traf sich vor Ort. Man diskutierte. Ein Boot.
Das Boot — es war sogar gesunken. Anfang des Jahres. Muss jetzt gehoben werden. Die Verwaltung kündigt an, dass gegen die Dauerlieger vorgegangen wird. Also Menschen mit Booten, die diese an einem Ort festmachen, an dem man offensichtlich Boote festmachen kann. Logisch, dass die Grünen einen Antrag gestellt haben. Für ein Boot.
Unter anderem, dass Bootsbesitzer ihre Boote auch nach 24 Stunden entfernen müssen und es nicht erlaubt ist, sie einfach einige Meter weiterzufahren. Und auch Liegegebühren an der Ziegelseepromenade sollen diskutiert werden.
Das Ergebnis: Liegegebühren. Für Boote. In Schwerin.
Wenn das nicht der Stoff ist, aus dem Lokalpossen gemacht werden. Eine Landeshauptstadt, die es nicht schafft, ausreichend Kitaplätze bereitzustellen, die das Hallenbad nicht warm kriegt und deren Innenstadt beim letzten Bürgerentscheid durchgefallen ist — aber ja, die Liegegebühren für Jachten am Ziegelsee, das kriegen wir hin. Garantiert. In ein paar Monaten. Vielleicht.
Und weil der Schweriner Ordnungsdienst lieber Kleinigkeiten ahndet, statt sich um echte Probleme zu kümmern, passt der Bootskrieg ins Bild. Irgendjemand hat hier etwas gemacht, was nicht genehmigt war. Also muss die Stadt ran.
Interims-OB Bernd Nottebaum ist sich sicher: „Wenn es schnell geht“ — ja, schnell. In einer Welt, in der Berliner Ampeln Jahre brauchen und Schweriner Zebrastreifen Deko sind, wird jetzt das schnelle Vorgehen gegen ein 24-Stunden-Bootsparkverbot versprochen. Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen.
Schwerin. Für das Große reicht’s nicht. Aber für den Kampf gegen Freiheitsellenbogen am Wasser. Definitiv.
Foto: Wolfgang Weiser / Pexels
Quellen: NDR
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