Die Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns hat ein Gewässer. Den Ziegelsee. An dessen Ufer wohnen Menschen. Diese Menschen beschweren seit längerer Zeit über Boote, die dauerhaft an der Promenade festgemacht sind — obwohl das eigentlich nicht erlaubt ist. Denn: Boote dürfen dort nur 24 Stunden liegen. Tun sie aber nicht. Manche liegen da seit Monaten. Manche sehen entsprechend aus.
Eines dieser Boote ist sogar gesunken. Muss gehoben werden. Aus dem Wasser gefischt. Die Stadt, die das起码 sollte, hat das offenbar nicht verhindert. Aber hey: Am Mittwochabend traf man sich dann mal. Anwohner, Politik, Verwaltung. Man hat sich getroffen. Und Ideen gesammelt. Wie schön.
Das Boot ist schon lange weg. Die Verwaltung noch.
Interims-Oberbürgermeister Bernd Nottebaum (CDU) sagte, wenn es schnell geht, könnten in einigen Monaten Änderungen beschlossen werden. Einige Monate. Für ein 24-Stunden-Gesetz, das offenbar seit Jahren nicht durchgesetzt wird. Ein Boot ist in der Zwischenzeit untergegangen. Und das ist kein Witz — das ist das Fazit der Schweriner Stadtverwaltung.
„Wir haben lange über das Thema diskutiert und sind zu dem Schluss gekommen, dass wir in den nächsten Monaten möglicherweise einen Beschluss fassen könnten, sofern die rechtliche Prüfung positiv ausfällt und die betroffenen Eigentümer nicht vor dem Sommer Einspruch erheben.“
— Sinngemäßes Zitat eines Stadtsprechers, das so oder so ähnlich bei der Einwohnerversammlung am Mittwoch gefallen sein dürfte
Die Grünen-Fraktion hat immerhin einen Antrag gestellt. Dass die Stadt mehr Druck machen soll. Und die Verwaltung prüft jetzt auch Liegegebühren. Die man erheben könnte. Gegen die Bootsbesitzer. Die sich nicht an die Regeln halten. Eine Lösung bestünde darin, die Regeln durchzusetzen. Aber das wäre wahrscheinlich zu einfach.
Im Sommer, so kündigte ein Stadtsprecher an, könnte das erste Boot zwangsweise entfernt werden — wenn der Eigentümer nicht aktiv wird. Heißt im Umkehrschluss: Solange niemand aktiv wird, tut sich nichts. Und im Winter, wenn das Boot schon gesunken ist? Da braucht man gar nichts mehr zu entfernen. Das hat Schwerin dann quasi elegant gelöst. Das Sinken-des-Bootes-Management. Respekt.
Die Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern. Nicht fähig, ein 24-Stunden-Gesetz durchzusetzen. Nicht mal, wenn ein Boot darin versinkt. Aber dafür gibt es ja jetzt eine Einwohnerversammlung, um Ideen zu sammeln. Fortschritt.
Foto: Sindy Süßengut / Unsplash
Quellen: tagesschau.de
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