Kurioses

6.000 Eierbecher: Wenn die Küche zum Museum wird

In Schwerin-Krebsförden, in einer unscheinbaren Zweiraumwohnung im Erdgeschoss, verbirgt sich eine der bizarrsten Sammlungen Mecklenburg-Vorpommerns. Dagobert Hasenbank, 78 Jahre jung und gelernter Landmaschinenschlosser, besitzt über 6.000 Eierbecher. Sechstausend. Nicht sechshundert. Sechstausend.

Von der Dekorateurin zum Eierbecher-Imperium

Alles begann in den 1970ern im Schweriner Stadtteil Lankow. Seine damalige Frau, gelernte Dekorateurin, brachte ein paar Eierbecher von ihren Eltern mit. Harmlos, könnte man denken. Doch was als unschuldige Küchenausstattung begann, entwickelte sich zum wohl größten Eierbecher-Komplex nördlich der Elbe. „Nach und nach kamen immer mehr hinzu“, erzählt Hasenbank — der Unterton eines Mannes, der sein Schicksal akzeptiert hat.

„So ganz genau weiß ich es nicht, aber es sind schon so über 6.000.“

— Dagobert Hasenbank, Eierbecher-Sammler

Beim Betreten des Wohnzimmers fühlt man sich „ein wenig umzingelt“, wie der NDR berichtet. Überall stehen die kleinen Gefäße: sortiert nach Orten, Wappen, Königshäusern und Mustern. Setzkästen säumen die Wände, Holzschränke aus Buche rahmen den Esstisch. Der Keller? Voller Kartons. Der Mann hat mehr Eierbecher als die meisten Schweriner Besucher im Schloss haben.

16 Jahre lang jeden Tag ein anderer Eierbecher

Zur Einordnung: Mit 6.000 Eierbechern könnte Dagobert Hasenbank über 16 Jahre lang jeden Morgen einen anderen benutzen. „Bis ans Lebensende“, sagt er lachend. In Schwerin, wo die durchschnittliche Frühstückskultur ohnehin eher auf Brötchen mit Mett fokussiert ist, eine bemerkenswerte Ambition.

Sein besonderer Schatz: ein massiver, hölzerner Eierbecher aus Südafrika, erstanden auf einem Flohmarkt von einem Hamburger Händler. „Dessen Tochter hat in Südafrika gelebt“, erzählt er mit einem Lächeln. Man fragt sich, ob die Tochter weiß, dass ihr familiäres Relikt jetzt zwischen 5.999 Konkurrenten in Krebsförden steht.

Hasenbank kennt übrigens alle Sammler in Mecklenburg-Vorpommern. Und keiner hat so viele wie er. Nur bei den Salz- und Pfefferstreuern — da haben andere wohl mehr. „Zumindest jetzt noch“, fügt er hinzu. Klingt wie eine Drohung.

Bildquelle: Anuja Tilj / Pexels

Quellen: NDR MV

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