Pampow. Es war einmal ein Mann namens Danny Hanisch, genannt „Pyro-Danny“. Pyro-Danny macht Feuerwerk. Pyro-Danny macht Shows. Pyro-Danny dachte sich: Was gibt es noch, das es noch nicht gibt? Die Antwort, auf die er kam, lautet: Gulaschkanonen. Zehn Stück. In Mecklenburg-Vorpommern. Und dann noch 1500 Menschen, die hingehen und 19 Euro Eintritt zahlen. Und drei Freigetränke. Und ein gelbes Bändchen am Handgelenk, das fast so behandelt wird wie ein Festivalarmband.
Die erste Gulaschkanonen-Meile in MV wurde gestern in Pampow gefeiert — einem Ort, der trotz XXXLutz-Nähe irgendwie noch zu Schwerin gehört. Zehn Feldküchen, Musik, Ponyreiten, Hüpfburg. Ein „Unterkellner Hubert“ moderierte. Ein Feuerwerk gab es auch. Und die Erbsensuppe, sagt ein Besucher, „schmeckt wie bei Omi damals“.
„Man kennt Gulaschkanonen meist nur mit ein, zwei Gerichten. Hier sind es zehn verschiedene — das macht es besonders.“
Das beste an MV seit aufgetauten Brötchen
Lassen wir mal beiseite, dass das hier tatsächlich eine Nachrichtenmeldung ist. 1500 Menschen. Zehn Feldküchen. Einmal Eintritt, alles Essen, drei Freigetränke. Das ist, wenn man so will, das kulturelle Highlight des Aprils in Mecklenburg-Vorpommern. Und das Event fand nicht in der Landeshauptstadt statt. Nicht in Rostock. Nicht in Greifswald. In Pampow. Bei XXXLutz.
Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: Das größte kulinarische Event, das Mecklenburg-Vorpommern in diesem Frühling hervorgebracht hat, ist eine Ansammlung von Feldküchen auf einem Parkplatz. Bewirtet von Pyro-Danny. Mit Feuerwerk. Und Ponyreiten. Und einem Moderator, der „Unterkellner Hubert“ heißt und augenzwinkernd einen Lip-Sync hinlegt.
Der Organisator zieht ein „durchweg positives Fazit“. Weitere Events seien bereits in Planung. Gut. Schöner Vorschlag. Wovon reden wir hier eigentlich? Von einer Landeshauptstadt, die es nicht schafft, ein Public Viewing für die Fußball-WM zu organisieren — aber eine Gulaschkanonen-Meile auf einem Möbelhaus-Parkplatz als Kulturereignis durchgehen lässt?
Das Bändchen am Handgelenk. Fast wie bei Rock am Ring. Nur halt mit Erbsensuppe.
Foto: Zonk43 / Wikimedia Commons / CC0 3.0
Quellen: Nordkurier
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