Seit Monaten passiert auf der Wonnemar-Baustelle in Krebsförden: nichts. Der Investor sagt, das Projekt befinde sich in der „Realisierungsphase“. Schwerin befindet sich derweil in der Geduldsphase. Und die neigt sich dem Ende zu.
50 Millionen Euro und ein Bauzaun — mehr gibt es nicht zu sehen
Über 50 Millionen Euro will die InterSPA-Gruppe in den Standort investieren. Geplant: Badelandschaft, Saunen, Fitness, Hotel und das Indoor-Kinderspielparadies „Wonniland“. Baustart war Herbst 2023. Seitdem wurden ambitionierte Zeitpläne genannt, verschoben, vergessen und durch neue ambitionierte Zeitpläne ersetzt. Aktuell gibt es keinen Zeitplan mehr. Fortschritt sieht anders aus — selbst für Schweriner Baustellen-Verhältnisse.
„Das Projekt befindet sich in der Realisierungsphase.“ — InterSPA-Gruppe, deren Realisierungsphase länger dauert als manche Ehen.
Auf Anfrage teilt der Investor mit, man überprüfe Planungen, kläre technische Details und stimme sich mit Behörden ab. Dass auf der Baustelle nichts passiert, sei „kein Zufall“ — man nutze die Zeit zur Vorbereitung. Das ist ungefähr so überzeugend wie „ich räume nicht auf, ich optimiere mein Ordnungssystem“.
Wonniland: Das Spielparadies, das niemand je betreten hat
Das „Wonniland“ sollte ursprünglich als erster Teilbereich Anfang 2025 öffnen. Es ist jetzt März 2026. Von Öffnung keine Spur. Es heißt, die Umsetzung werde „in die Gesamtplanung eingebettet“. Was in etwa bedeutet: Wenn alles andere irgendwann fertig ist, gucken wir nochmal.
Auch die Stadt gibt zu, dass „weiterhin Klärungsbedarf“ besteht. Nicht alle finanziellen Außenstände sind beglichen. Immerhin wurde ein Vorschuss für eine Brandschutzprüfung gezahlt — die aber erst starten kann, wenn der Brandschutzplaner des Investors seine Vorarbeiten abschließt. Das klingt wie ein Kreisverkehr, aus dem niemand die Ausfahrt findet.
Trotz allem zeigt sich die Verwaltung „zuversichtlich“. Man gehe davon aus, dass das Wonnemar umgesetzt werde. Hinweise auf einen Projektabbruch gebe es nicht. Das erinnert an den Optimismus, mit dem Schwerin auch an die Millionen-Förderprojekte herangeht: Hauptsache, es steht auf dem Papier.
Währenddessen laufen Fitness-Studio und Tennishalle im alten Belasso weiter. Der Rest des Geländes wartet. Wie die Schweriner. Wie immer. Wer sich die Wartezeit verkürzen will, kann ja die neue Bronze-Statue auf dem Schlachtermarkt besuchen. Die steht wenigstens schon.
Quellen: Schwerin Lokal
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