Politik

Telekom schickt Klinkenputzer durch Schwerin — weil Glasfaser offenbar persönliche Überzeugungsarbeit braucht

Ab dem 9. März ziehen Mitarbeitende der Ranger Marketing & Vertriebs GmbH im Auftrag der Telekom durch Schwerin und klingeln an Haustüren. Ziel: Den Schwerinern erklären, dass es Glasfaser gibt. Denn laut einer „Marktforschungsstudie“ der Telekom wissen viele gar nicht, dass an ihrer Adresse schnelles Internet verfügbar wäre. Schwerin und Unwissen über verfügbare Infrastruktur — wer hätte das gedacht.

Ausweis, Rückrufnummer und das gute Gefühl, nicht überfallen zu werden

Die Berater tragen Telekom-Kleidung, einen Ausweis mit Lichtbild und führen ein Originalschreiben der Telekom mit sich. Wer trotzdem unsicher ist, kann unter einer Rückrufnummer nachfragen, ob der Mensch vor der Tür tatsächlich Glasfaser verkaufen will — oder nur so aussieht. Die Beratung findet grundsätzlich an der Haustür statt. Die Wohnung wird nur auf „ausdrückliche Aufforderung“ betreten. Man muss die Telekom also regelrecht einladen, um reingelassen zu werden. In Schwerin, wo man froh ist, wenn überhaupt jemand klingelt.

„Viele Kundinnen und Kunden ziehen einen Umstieg auf Glasfaser bislang nicht in Betracht, weil ihnen die Verfügbarkeit an ihrer Adresse nicht bekannt ist.“ — Telekom-Marktforschungsstudie

Übersetzt: Die Leute wissen gar nicht, was sie haben könnten. In Schwerin ein Dauerzustand — ob bei Internet, Stadtfesten oder Lebensqualität.

14 Tage Widerrufsrecht — falls die Euphorie nachlässt

Kommt es zum Vertragsabschluss, erhält der Kunde erst eine E-Mail, dann einen Bestätigungsanruf. Erst nach nochmaliger Zustimmung geht der Auftrag raus. Dazu gibt’s das gesetzliche 14-tägige Widerrufsrecht. Die Telekom hat offenbar aus Erfahrung gelernt, dass Schweriner Entscheidungen gerne noch mal überdacht werden — das gilt für Bauprojekte genauso wie für Internetverträge.

Wer keine Beratung an der Haustür möchte, kann online einen Termin buchen. Also genau das tun, wofür man eigentlich schnelles Internet bräuchte. Ein schöner Teufelskreis, den nur die Telekom so elegant hinbekommt.

Währenddessen setzt Schwerin seine Digitalisierungsstrategie fort: Das Faxgerät in der Stadtverwaltung hat neulich sein 30-jähriges Dienstjubiläum gefeiert. Glasfaser liegt zwar in der Straße — aber die eigentliche Verbindungslücke ist die zwischen Verfügbarkeit und dem Willen, sich darauf einzulassen. Schwerin in a nutshell.

Quellen: schwerin-lokal.de

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