Schwerin hat sich entschieden: Mobile Fahrradständer wird es nicht geben. Nicht, weil man sie nicht braucht. Nicht, weil sie zu teuer wären. Sondern weil die Stadt schlicht keinen Platz hat, sie zu lagern. Und kein Personal, sie aufzustellen. Und überhaupt: Sollen doch die Veranstalter selber gucken.
Die Stadtvertretung hatte es eigentlich beschlossen
Rückblick: Im September 2025 beschloss die Stadtvertretung, dass der Oberbürgermeister prüfen soll, ob Schwerin mobile Fahrradständer anschaffen kann. Das tat die Verwaltung pflichtbewusst. Das Ergebnis: Ja, mobile Fahrradständer existieren. Ja, andere Städte nutzen sie. Nein, Schwerin wird das nicht tun.
„Derzeit nicht realisierbar“ — eine Formulierung, die in Schwerin mittlerweile auf T-Shirts gedruckt werden könnte.
Die Begründung der Verwaltung liest sich wie ein Greatest-Hits-Album kommunaler Ausreden: Keine Lagermöglichkeiten, keine personellen Kapazitäten, kein organisatorischer Rahmen. Man könnte meinen, es ginge um den Bau eines Weltraumbahnhofs — und nicht um ein paar klappbare Metallgestelle.
Private sollen es richten
Stattdessen verweist die Stadt auf die „Eigenverantwortung“ der Veranstalter. Die könnten sich ja selbst Fahrradständer mieten und aufstellen. Oder die Stadt könnte entsprechende Auflagen erteilen — also das Problem offiziell delegieren und trotzdem so tun, als hätte man was getan.
Das ist ungefähr so, als würde die Feuerwehr sagen: „Brände löschen? Grundsätzlich sinnvoll. Aber die Schläuche lagern? Da fehlt uns der Platz. Bringt bitte eure eigenen mit.“
In einer Stadt, die sich gerade als Tourismusmagnet feiert und gleichzeitig 30 Straßen gleichzeitig sperrt, wäre man fast überrascht — wenn man nicht längst aufgehört hätte, überrascht zu sein.
Der Prüfauftrag gilt damit als „umgesetzt“. Was in Schwerin offenbar bedeutet: Wir haben geprüft, ob wir etwas tun sollten. Ergebnis: Ja. Tun wir es? Nein. Auftrag erledigt.
Quellen: schwerin.news
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