Kurioses

Serienknacker auf Schweriner Friedhöfen: Parkautomaten sind jetzt offiziell die lukrativste Einnahmequelle der Stadt

Schwerin hat ein Kriminalitätsproblem. Nicht Einbrüche in Villen, nicht organisierte Kriminalität, nicht mal Fahrraddiebstahl im großen Stil. Nein: Jemand bricht systematisch die Parkautomaten auf Schweriner Friedhöfen auf. Und zwar mit einer Regelmäßigkeit, die fast schon Respekt verdient.

Die Serie: Erst der Waldfriedhof, dann der Alte Friedhof

Bereits Mitte Februar wurde der Kassenautomat an der Schrankenanlage des Waldfriedhofs aufgebrochen. Bargeld weg, Sachschaden da, Polizei ratlos. Und als hätte jemand Blut geleckt — oder besser: Münzen gerochen — folgte am 6. März der nächste Streich: Diesmal traf es den Alten Friedhof. Gleiche Methode, gleicher Erfolg.

„Unbekannte Täter entwendeten Bargeld und richteten erheblichen Schaden am Bezahlterminal an.“ — Polizei Schwerin. Man könnte fast meinen, der Automat hatte es kommen sehen.

Was genau „erheblicher Schaden“ in Schwerin bedeutet, wurde natürlich nicht beziffert. Aber wenn man bedenkt, dass der Parkautomat auf dem Friedhof vermutlich das teuerste Stück Technik auf dem gesamten Gelände ist, dürfte der Verlust die Stadt durchaus schmerzen.

Ein Geschäftsmodell mit Zukunft?

Seit 2020 regelt eine Schrankenanlage die Zufahrt zum Alten Friedhof. Montags bis freitags, 8 bis 15:30 Uhr, darf man mit dem Auto rein — gegen Gebühr. Das war damals als Schutzmaßnahme gedacht: Die Ruhe der Toten bewahren, den historischen Parkfriedhof schützen. Dass man damit auch Schwerin um einen Kriminalitätsschwerpunkt bereichert hat, stand vermutlich nicht im Konzeptpapier.

Die Polizei prüft jetzt, ob zwischen beiden Taten ein Zusammenhang besteht. Eine Frage, die man sich bei identischer Vorgehensweise auf identischen Automaten in identischen Settings vielleicht nicht erst nach dem zweiten Mal stellen sollte. Aber gut — Schwerin und schnelle Erkenntnisse waren noch nie beste Freunde.

Die wahre Frage: Wer zahlt freiwillig für Friedhofsparkplätze?

Während die Ermittler nach Zeugen suchen (Hinweise an 0385 / 51 80-0), darf man sich schon fragen, was das über den Zustand der Stadt aussagt. In Schwerin sind Parkautomaten auf Friedhöfen offenbar so attraktiv, dass sie zum Ziel von Serientätern werden. Entweder die Automaten sind überraschend gut befüllt — was bedeuten würde, dass erstaunlich viele Leute mit dem Auto zum Friedhof fahren — oder dem Täter ging schlicht das Kleingeld für den Samstagsabend aus.

So oder so: Die Verstorbenen auf Schwerins Friedhöfen können froh sein, dass sie das nicht mehr mitbekommen. Die Lebenden dürfen sich derweil fragen, ob die Stadt vielleicht einfach auf kontaktloses Bezahlen umsteigen sollte. Aber wahrscheinlich wäre das zu innovativ.

Quellen: Schwerin Lokal (SNO)

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