
Die Landeshauptstadt Schwerin hat stolz verkündet, dass die Mitarbeitenden des Kommunalen Ordnungsdienstes regelmäßig in „Deeskalation und Kommunikation“ geschult werden. Dazu hat man ein offizielles Foto veröffentlicht, auf dem das Team vor einem Kampfsport-Logo posiert, als würde gleich die nächste UFC-Runde eingeläutet. Verschränkte Arme, breiter Stand, ernster Blick – man sieht ihnen die Deeskalation richtig an. Fehlt nur noch die Einlaufmusik und ein Octagon.
Zur Erinnerung: Das sind die Leute, die der Oma, die kurz im Halteverbot vor dem Bäcker steht, um sich drei Schrippen zu holen, gnadenlos einen Strafzettel ans Auto kleben. Die, die dir ein Knöllchen verpassen, obwohl du nur zwei Minuten was reingetragen hast. Die dem Straßenmusiker einen Platzverweis erteilen, weil er eine halbe Stunde an derselben Stelle gespielt hat. Und die dem Ladenbesitzer ein Ordnungsgeld aufbrummen, weil sein Aufsteller 20 Zentimeter zu weit auf dem Gehweg steht.
Dafür braucht man natürlich Deeskalationstraining. Denn wenn die nette Rentnerin mit ihrer Brötchentüte zurückkommt und fragt, ob das wirklich sein muss – dann muss man professionell reagieren können. Selbstschutz und Einsatztraining inklusive.
Wo man den Ordnungsdienst übrigens nie sieht: Wenn irgendwo tatsächlich was los ist. Krawalle? Pöbeleien? Vandalismus? Da ist der Ordnungsdienst gerade auf Fortbildung. Oder beim Bäcker. Strafzettel verteilen.
Das Ziel der Qualifizierung sei es, „ein professionelles Auftreten im öffentlichen Raum sicherzustellen“, heißt es von der Stadt. Professionell auftreten können sie. Zumindest auf dem Gruppenfoto. Wie eine MMA-Crew kurz vor dem Cage Fight.
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