Kultur

Von Schwerin nach Seoul: Schweriner Galerist exportiert Kunst in die Welt — und die Welt fragt sich, wo Schwerin liegt

Schwerin und die internationale Kunstszene — zwei Welten, die sich normalerweise so nahe stehen wie ein Plattenbau einer Penthouse-Galerie in Chelsea. Doch Galerist Stephan Schrör hat es geschafft, ausgerechnet von der Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns aus internationale Brücken zu schlagen. Sein jüngster Coup: Eine Kunstmesse in Seoul, Südkorea. Ja, das Seoul mit den 10 Millionen Einwohnern. Nicht Sülstorf.

FreshEggsGallery: Frische Eier aus der Provinz

Mit seiner FreshEggsGallery präsentierte Schrör in der südkoreanischen Hauptstadt Werke der Schweriner Künstlerin Marta Olejko und großformatige Leinwände von Vera Kochubey. Damit zeigte er bewusst unterschiedliche Positionen aus seinem Galerieprogramm — was in Seoul vermutlich exotischer wirkte als jede K-Pop-Performance. Kunst aus Schwerin. In Seoul. Man muss das einfach zweimal lesen.

„Es ist jedes Mal spannend.“

— Stephan Schrör, der damit zusammenfasst, was passiert, wenn man koreanischen Sammlern erklärt, wo Schwerin liegt

Miami, New York, Athen — und jetzt Seoul. Die FreshEggsGallery war in den vergangenen Jahren auf den wichtigsten Kunstmessen der Welt vertreten. Dass der Ausgangspunkt dafür eine Stadt ist, deren offizielle Besuchsempfehlung bei zwei Stunden liegt, macht die Sache nur noch besser.

Koreanische Künstler wollen nach Schwerin — ernsthaft

Das Beste an der Geschichte: Mehrere koreanische Künstler haben Interesse bekundet, die Galerie in Schwerin zu besuchen und dort eigene Werke auszustellen. Internationale Kunstschaffende, die freiwillig nach Schwerin kommen wollen. Das ist in etwa so wahrscheinlich wie ein Berliner Hipster, der zugibt, dass die Currywurst in Schwerin besser schmeckt.

In Schwerin selbst kennt man Schrör vor allem als Eigentümer der Hyparschale — jenem markanten Bauwerk, in dem er regelmäßig Ausstellungen organisiert. Darunter die „Jedermensch“-Ausstellung, das vorweihnachtliche „Artvent“ und diverse Lithographie-Präsentationen. Während die Stadt also fleißig Barkultur gegen Brathähnchen tauscht, baut ein einzelner Mann in aller Stille ein internationales Kunstnetzwerk auf.

Die Reise geht weiter: Am Wochenende steht noch die Kunstmesse im vier Busstunden entfernten Busan auf dem Programm. Und für den Sommer hat Schrör bereits ein neues Projekt in Schwerin angekündigt — er nennt es einen „Riesenkracher“. Details? Noch geheim. Aber wenn einer es schafft, koreanische Künstler nach Schwerin zu locken, dann ist wohl alles möglich. Vielleicht sogar ein funktionierender Nahverkehr.

Quellen: Schwerin Lokal

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