Es ist so weit: Schwerin hat seine zweite KI-Konferenz abgehalten. 120 Teilnehmer, ausgebucht, im Digitalen Innovationszentrum im Perzina-Haus. Thema: „Wo KI Wert schafft.“ Eine Frage, die in einer Stadt, in der die Verwaltung noch nicht mal ihre eigenen Prüfaufträge digital abwickeln kann, durchaus berechtigt ist.
Die Verwaltung will sich selber optimieren — mit KI
Das Highlight: Schwerin beteiligt sich an einem „bundesweiten KI-Pilotprogramm“, um Verwaltungsprozesse zu optimieren. Wer schon mal versucht hat, in Schwerin einen Termin beim Bürgeramt zu bekommen, der weiß: Da gibt es Optimierungspotenzial für mindestens drei Generationen künstlicher Intelligenz.
„Wir bieten nicht nur Vernetzungsmöglichkeiten mit regionalen Vorreiterunternehmen, sondern auch Hilfe und Orientierung durch konkrete Umsetzungspfade.“ — Mascha Thomas-Riekoff, DIZ-Leiterin. Übersetzt: Wir reden drüber.
120 Anmeldungen klingen beeindruckend — bis man bedenkt, dass Schwerin knapp 100.000 Einwohner hat. Das heißt: 0,12 Prozent der Bevölkerung interessiert sich aktiv für KI. Die restlichen 99,88 Prozent warten vermutlich immer noch auf eine funktionierende Ampelschaltung am Marienplatz.
Reale Anwendungsfälle aus der Region
Die Konferenz wirbt mit „realen Anwendungsfällen aus der Region“. In einer Region, in der die meisten KMUs ihre Buchhaltung noch in Excel machen und „Digitalisierung“ bedeutet, dass man das Fax jetzt per Email empfängt. Aber hey — immerhin redet man drüber. Und das in einem denkmalgeschützten Gebäude mit dem schönen Namen „Perzina-Haus“, benannt nach einer Klavierfabrik, die es seit 1917 nicht mehr gibt.
Der stellvertretende Oberbürgermeister Bernd Nottebaum fasst die Strategie zusammen: Die Stadt organisiere „den Wissenstransfer für unsere stark mittelständisch geprägte Wirtschaft“. In einer Stadt, die gleichzeitig den ÖPNV abschafft und keine Personalausweise unter 46 Euro ausstellen kann, klingt das nach einem Plan. Oder zumindest nach einer PowerPoint-Folie.
Immerhin: Die Konferenz war ausgebucht. In Schwerin gilt das bereits als Tech-Boom.
Quellen: Stadt Schwerin
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