Am 4. April heulen in Schwerin die Sirenen. Nicht wegen eines Angriffs, nicht wegen einer Sturmflut, nicht wegen der Mieten — sondern ganz offiziell zum kommunalen Warntag. 17 Sirenenanlagen verteilt über fast alle Stadtteile werden um 11 Uhr für eine Minute Dauerton und anschließend eine Minute Heulton sorgen. Die gute Nachricht: Um 11:45 Uhr kommt Entwarnung. Die schlechte: Vorher wissen die meisten Schweriner gar nicht, was die Töne bedeuten.
17 Sirenen für 100.000 Einwohner — statistische Sicherheit
Von Warnitz bis Krebsförden, von Lankow bis Mueßer Holz — die Sirenen stehen überall. Simon Küpper vom Zivil- und Katastrophenschutz der Berufsfeuerwehr erklärt: „Durch die Probewarnungen können sich die Schwerinerinnen und Schweriner mit den verschiedenen Signalen vertraut machen.“ Vorausgesetzt natürlich, sie sind um 11 Uhr zu Hause und nicht im Homeoffice mit Noise-Cancelling-Kopfhörern.
Cell-Broadcast kommt beim kommunalen Warntag nicht zum Einsatz. Die eine Technologie, die tatsächlich jeden erreichen würde — wird ausgespart. Aber die Stadtinformationstafeln werden bespielt. Falls jemand dran vorbeiläuft.
Was nicht kommt: Cell-Broadcast. Also genau die Technologie, die nach dem Ahrtal-Desaster eingeführt wurde und die Push-Nachrichten direkt aufs Handy schickt. Die wird beim kommunalen Warntag nicht getestet. Stattdessen setzt Schwerin auf Warn-Apps wie NINA, Stadtinformationstafeln und — Sirenen. Immerhin kann man sich die Signale online anhören. Falls man weiß, dass es eine Website dafür gibt.
Bevölkerungsschutztag: Wenn Schwerin übt, Angst zu haben
Eine Woche nach dem Sirenen-Test folgt der Höhepunkt: Am 11. April lädt die Stadt zum ersten Schweriner Bevölkerungsschutztag auf den Marktplatz. Von 11 bis 16 Uhr können Bürger Einsatzfahrzeuge bestaunen, Informationsstände besuchen und lernen, wie man sich „in Krisen- und Gefahrenlagen“ richtig verhält. Feuerwehr, DRK, Johanniter und THW sind mit praktischen Vorführungen dabei. Motto: „Mit Sicherheit gewappnet.“ Das Schweriner Publikum kennt sich mit Krisen aus — die Mietpreise sind ja auch eine Art Daueralarm.
Wer am 4. April um 11 Uhr einen Dauerton hört, muss also nicht in Panik verfallen. Es sei denn, man hat gerade den Mietbescheid bekommen — dann ist das Heulen allerdings privater Natur.
Quellen: SN-Aktuell
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