Politik

Schwerin prüft Katzenschutzverordnung — weil erst mal gezählt werden muss, ob es überhaupt ein Problem gibt

Die Stadtvertretung Schwerin hat am Montagabend beschlossen, die Voraussetzungen für eine Katzenschutzverordnung zu prüfen. Nicht beschlossen. Prüfen. Das ist in Schwerin ungefähr so verbindlich wie „Wir müssten mal wieder was zusammen machen“.

Erst zählen, dann regeln — der Schweriner Weg

Der ursprüngliche Antrag — eine echte, konkrete Katzenschutzverordnung — wurde elegant durch einen Ersetzungsantrag der Fraktionen Unabhängige Bürger/FDP und Bündnis 90/Die Grünen/Die PARTEI entschärft. Statt Vorschriften gibt es jetzt einen Prüfauftrag. Die Verwaltung soll gemeinsam mit dem Fachdienst Veterinär- und Lebensmittelüberwachung des Landkreises Ludwigslust-Parchim erstmal die „tatsächliche Situation freilebender und verwilderter Katzen“ erfassen.

Konkret heißt das: Bestandszahlen, Gesundheitszustand, Reproduktionsdynamik. Man könnte auch sagen: Schwerin macht eine Volkszählung — aber für Katzen. Und bevor Sie fragen: Nein, es gibt noch keine Katzen-Meldepflicht. Noch nicht.

„Fehlende Daten ersetzen keine aktive Prüfung.“

So steht es sinngemäß in der Begründung des Antrags. Übersetzt: Wir wissen nichts, also müssen wir gucken. Eine Argumentation, die in Schwerin erstaunlich vielseitig einsetzbar wäre.

Tierschutzverein guckt in die Röhre

Besonders pikant: Der Tierschutzverein „Tiere in Not“ hatte bereits eine Hotspotanalyse erstellt — also genau die Daten, die jetzt erst gesammelt werden sollen. ASK-Stadtvertreter Karsten Jagau wollte diese Arbeit ausdrücklich in den Prüfprozess einbeziehen lassen. Sein Ergänzungsantrag wurde abgelehnt. Man hat quasi dem Verein gesagt: „Danke für die Arbeit, wir machen das nochmal selbst.“

Bis zum 31. Dezember 2026 soll jetzt ein Bericht vorliegen. Tierheime, Tierschutzvereine, ehrenamtliche Initiativen und Tierärzte werden einbezogen. Ob am Ende tatsächlich eine Verordnung kommt? Abwarten. Das kann Schwerin ja nachweislich am besten.

Immerhin: In einer Stadt, in der Fraktionswechsel mehr Schlagzeilen machen als Ratsbeschlüsse, ist es fast beruhigend, dass sich wenigstens jemand um die Katzen kümmert. Oder zumindest prüft, ob man sich kümmern sollte.

Quellen: schwerin.news

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