Mecklenburg-Vorpommern investiert einen „niedrigen einstelligen Millionenbetrag“ — also irgendwas zwischen einer und drei Millionen Euro — damit morgens um 6 Uhr ein ICE in Rostock losfährt und gegen 8 Uhr in Hamburg ankommt. Die Deutsche Bahn wollte die Verbindung eigentlich streichen, weil sich das nicht rechnet. Das Land hat gesagt: Doch, rechnet sich. Wir zahlen einfach drauf.
Schweigepflicht beim Preis — wie beim Zahnarzt
Wie viel genau das Ganze kostet? Kann Finanzminister Heiko Geue (SPD) leider nicht sagen. Man habe mit der Bahn „Stillschweigen vereinbart“. Weil nichts mehr Vertrauen schafft als ein Millionendeal, über den niemand reden darf. Geue sprach von einem „niedrigen einstelligen Millionenbetrag“ — was in MV-Verhältnissen ungefähr dem Jahresbudget für Straßenbeleuchtung in drei Landkreisen entspricht.
„Es geht um einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag.“ — Finanzminister Heiko Geue, der vermutlich auch beim Einkaufen „niedrig einstellig“ bezahlt.
Der ICE soll ab Mitte Mai morgens gegen 6 Uhr in Rostock starten, über Schwerin fahren und um 8 Uhr in Hamburg ankommen. Immerhin: Man kann mit dem Deutschlandticket mitfahren. Das Land subventioniert also einen ICE, den man mit einem 49-Euro-Ticket nutzen kann. Wirtschaftlich betrachtet ist das ungefähr so sinnvoll wie ein Rolls-Royce-Shuttle zum Aldi.
Die Bahn rechnet, das Land zahlt
Die Deutsche Bahn hatte die Verbindung wegen „mangelnder Auslastung“ streichen wollen. Übersetzt: Zu wenige Leute fahren morgens um 6 von Rostock nach Hamburg. Wer hätte das gedacht — in einem Bundesland, das mehr Störche als Pendler hat. Die Landesregierung hat sich trotzdem für den Erhalt eingesetzt, weil man in Schwerin die Strecke nach Hamburg ja quasi als Lebensader betrachtet.
Letzte Abstimmungen laufen noch, heißt es aus dem Verkehrsministerium. Was bei der Bahn „letzte Abstimmungen“ bedeutet, wissen alle, die schon mal auf einen Anschlusszug gewartet haben: Es kann dauern. Und teurer werden. Aber hey — wenigstens fährt morgens ein Zug. In MV ist das bereits eine Nachricht wert.
Zum Vergleich: Für die A14 gibt das Land auch Millionen aus — damit man alternativ im Stau stehen kann. Und wer weder Zug noch Auto mag, kann ja immer noch in Schwerin Fahrrad fahren. Auf eigene Gefahr, versteht sich.
Quellen: NDR MV
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