Kurioses

Mann ruft 14 Mal den Notruf — Schwerin hat endlich einen Bürger, der sich wirklich um die Stadt sorgt

Während die meisten Schweriner den Notruf höchstens aus dem Telefonbuch kennen, hat ein 49-jähriger Mann am Dienstag bewiesen, dass es in der Landeshauptstadt noch Menschen gibt, die sich aktiv einbringen. 14 Mal wählte er innerhalb von zwölf Stunden den Notruf — ohne dass es dafür einen konkreten Anlass gab. Die Polizei beschlagnahmte drei Handys. Drei.

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Ein Mann besitzt drei Mobiltelefone und nutzt sie ausschließlich dafür, den Notruf anzurufen. In einer Stadt, in der manche Viertel froh wären, überhaupt Handyempfang zu haben. Der 49-Jährige hatte laut Polizei Alkohol konsumiert, was in Schwerin ungefähr so überraschend ist wie ein leerer Marienplatz nach 18 Uhr.

Zwölf Stunden Bürgernähe am Telefon

Der Vorfall zog sich über einen ganzen halben Tag. Zwölf Stunden. Das ist länger als die meisten Schweriner arbeiten, länger als die Straßenbahn am Stück fährt, und definitiv länger als jede Stadtvertretungssitzung dauert, in der über die Zukunft der Landeshauptstadt entschieden wird. Der Mann soll auch in der Vergangenheit den Notruf missbraucht haben — er ist also das, was man in Schwerin einen „Stammkunden“ nennt.

„Vierzehn Anrufe in zwölf Stunden? Das ist mehr Engagement als die Stadtverwaltung in zwölf Monaten zeigt“, kommentierte ein Anwohner aus der Altstadt, der seinen Namen nicht nennen wollte, weil er befürchtete, dass sich dann auch jemand bei ihm melden könnte.

Die Polizei weist darauf hin, dass jeder Notruf-Missbrauch wichtige Einsatzkräfte bindet und verhindern kann, dass Menschen in echten Notlagen rechtzeitig Hilfe erhalten. Das ist natürlich richtig. Allerdings stellt sich in Schwerin immer auch die Frage: Würde jemand den Unterschied bemerken? In einer Stadt, in der die Feuerwehr im Ernstfall schon mal auf munitionsbelastetem Boden üben muss, ist der Notruf-Missbrauch eines einzelnen Mannes vielleicht nicht das drängendste Problem.

Drei Handys, null Gründe

Die Beschlagnahmung dreier Mobiltelefone wirft Fragen auf, die die Polizei bewusst nicht beantworten wollte. Wozu braucht ein Mann in Schwerin drei Handys? Ein Gerät reicht doch, um von allem enttäuscht zu sein. Die naheliegendste Erklärung: Er wollte sicherstellen, dass sein vierzehnter Anruf nicht am leeren Akku scheitert. Man kann ihm vorwerfen, was man will — an mangelnder Vorbereitung lag es nicht.

„Ehrlich gesagt bin ich beeindruckt von der Ausdauer“, gab ein Beamter am Rande des Einsatzes zu. „Die meisten Leute in Schwerin geben nach dem dritten Versuch auf. Bei der Wohnungssuche, beim Arzttermin, beim ÖPNV. Aber der hier — der bleibt dran.“

Die Polizei ermittelt nun wegen Missbrauchs von Notrufen. Das Strafgesetzbuch sieht dafür eine Geldstrafe oder bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe vor. In Schwerin dürfte die härtere Strafe allerdings sein, dass der Mann seine drei Handys vorerst nicht zurückbekommt. Ohne Telefon ist man in der Landeshauptstadt endgültig abgeschnitten — vom Notruf, vom Pizzadienst und von der letzten Hoffnung, dass sich irgendwo in dieser Stadt noch jemand meldet, wenn man anruft.

Quellen: NDR MV

Nichts verpassen! 📰 Newsletter abonnieren

Erhalte die neuesten Nachrichten aus Schwerin direkt in dein Postfach – satirisch, ehrlich, geil.

Wir senden keinen Spam! Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.

Schwerin ist Geil auf WhatsApp

Tägliche Satire-News direkt aufs Handy. Kein Spam, nur Geilheit.

Jetzt Kanal abonnieren

Kostenlos · Kein Gruppenchat · Jederzeit abbestellbar

Teilen:

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Genau wie die meisten Neuigkeiten aus Schwerin.