Politik

Kaninchenwerder: Schwerin plant Neuanfang auf der Insel — diesmal ohne den Typen, der sie jahrelang besetzt hat

Jahrelanger Pächterstreit, außergerichtliche Einigung, Übergabe-Verzögerung — und jetzt sucht Schwerin einen neuen Betreiber für Kaninchenwerder. Die gute Nachricht: Die Insel ist noch da. Die schlechte: Die Stadt hat sie.

Ein Streit geht, der nächste kommt

Nach Monaten zäher Verhandlungen hat sich die Stadt Schwerin im Januar endlich mit dem bisherigen Pächter von Kaninchenwerder geeinigt. Außergerichtlich, wie man betont — was in Schwerin so viel heißt wie: Beide Seiten sind gleich unzufrieden, also muss es fair sein. Die Übergabe des Wirtschaftsgebäudes, eigentlich für Ende Februar geplant, hat sich „witterungsbedingt“ auf März verschoben. Denn natürlich regnet es im Februar in Mecklenburg-Vorpommern. Wer hätte das ahnen können.

Die Stadt will jetzt erstmal den baulichen Zustand erfassen — also rausfinden, was der alte Pächter in all den Jahren so getrieben hat. „Bestandsaufnahmen und weiterführende Untersuchungen“ heißt das im Verwaltungsdeutsch. Im Klartext: Jemand muss mal gucken, ob die Bude noch steht.

„Parallel laufen Vorbereitungen für die Übergangsphase.“ — Die Stadt Schwerin, die sich seit geschätzt 47 Monaten in einer Übergangsphase befindet.

Neuer Betreiber gesucht — Frusttoleranz Voraussetzung

Während die Verwaltung also „den tatsächlichen Sanierungsbedarf bestimmt“ (Spoiler: hoch), sucht man parallel einen neuen Betreiber. Wer sich bewirbt, sollte folgende Qualifikationen mitbringen: Erfahrung in der Gastronomie, Leidenschaft für Inseln ohne verlässliche Infrastruktur und die Fähigkeit, jahrelangen Rechtsstreit emotional zu verkraften.

Für Besucher bleibt die Insel „erreichbar, wenn auch mit Einschränkungen“. Was genau das bedeutet, lässt die Stadt elegant offen. Vielleicht kommt man hin, vielleicht nicht. Schwerin halt. Wer spontan einen Schrebergarten auf der Insel erwartet, wird enttäuscht — aber wer nach Kaninchenwerder fährt, ist Enttäuschung gewohnt.

Immerhin: Die Insel heißt Kaninchenwerder. Und Kaninchen kommen bekanntlich auch ohne städtische Verwaltung zurecht. Vielleicht sollte man sie einfach machen lassen.

Quellen: Schwerin Lokal

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