Die Schweriner Feuerwehr hat am Montagabend im Stadtteil Lankow einen Einsatz gefahren, der selbst für abgehärtete Brandschützer neu war: Eine geplatzte Kunststoffdose mit vergorenem Inhalt hatte in einem Mehrfamilienhaus einen derart beißenden Gestank erzeugt, dass Anwohner den Notruf wählten. Zwei Bewohner klagten über gereizte Atemwege.
Gefahrgut-Verdacht: Feuerwehr rückt mit voller Ausrüstung an
Was zunächst nach einem chemischen Unfall klang, entpuppte sich als kulinarische Altlast im Kellerabteil. Die Polizei konnte schnell Entwarnung geben: Kein Gefahrgut, keine Straftat — nur fermentierte Lebensmittel, die offenbar seit geraumer Zeit vor sich hin gärten, bis der Kunststoffbehälter dem Innendruck nicht mehr standhalten konnte.
„Es handelte sich nicht um Gefahrenstoffe. Der Geruch stammte aus einer geplatzten Kunststoffdose mit gegorenen Lebensmitteln im Keller des Hauses.“ — Polizei Schwerin
Man muss sich das vorstellen: In einer Stadt, die regelmäßig über zu wenig Aufregung klagt, schafft es eine Dose eingelegter Lebensmittel, den kompletten Rettungsapparat auf den Plan zu rufen. Lankow, sonst eher für seine gepflegten Plattenbauten und die zuverlässige Busanbindung bekannt, hatte seinen großen Moment — und er roch nach Gärung.
Schwerin: Wo selbst das Essen dramatisch explodiert
Fairerweise: Wer schon mal einen vergessenen Joghurt im Kühlschrank hatte, kennt das Prinzip. Nur dass man in Schwerin-Lankow offenbar nicht auf halbe Sachen steht. Hier fermentiert man nicht für den Geschmack — hier fermentiert man, bis der Behälter kapituliert und die Nachbarschaft den Katastrophenschutz ruft.
Immerhin: Die beiden Bewohner mit gereizten Atemwegen mussten nicht ins Krankenhaus. Das macht die ganze Sache zum vielleicht harmlosesten Großeinsatz seit der Mülltonnen-Chipung. Hinweise auf strafbares Verhalten gibt es laut Polizei nicht — wobei man durchaus debattieren könnte, ob das Vergessen von Lebensmitteln in einem Kellerabteil nicht mindestens eine Ordnungswidrigkeit gegen den guten Geschmack darstellt.
Die Feuerwehr Schwerin hat den Einsatz pflichtgemäß dokumentiert. Ob sie dabei die Dose als „neutralisiert“ oder „entschärft“ geführt haben, ist nicht überliefert. Sicher ist nur: In einer Stadt, in der 15 von 20 Lieferdiensten Döner bringen, war es wohl nur eine Frage der Zeit, bis das Essen zurückschlägt.
Quellen: tagesschau, NDR
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