An der Schweriner Ziegelsee-Promenade liegen seit Jahren Boote, die offensichtlich niemand mehr haben will — außer der Stadt, die jetzt dringend versucht, sie loszuwerden. Eines ist im Januar auf Grund gelaufen. Die Grünen sind empört. Die Verwaltung prüft. Das Boot sinkt weiter.
Vom Wohnboot zum Wrack: Eine Schweriner Karriere
Das besagte Boot wurde offenbar jahrelang als schwimmende Wohnung genutzt — eine kreative Lösung für den Wohnungsmangel am Ziegelsee, der sonst nur durch Luxusneubauten für nicht existierende Studenten bekämpft wird. Seit Januar liegt es gesichert an der Kaimauer, was in Schwerin bedeutet: Es wurde mit einem Seil festgebunden und man hofft auf das Beste.
„Es sind bereits Geldstrafen von bis zu 10.000 Euro verhängt worden. Das hat aber nichts gebracht.“ — Stadtsprecherin Schwerin, die damit unfreiwillig die gesamte Verwaltungsphilosophie zusammenfasst.
Der Vorsitzende der Grünen-Stadtfraktion Arndt Müller kritisierte, die Stadt hätte längst handeln müssen. Die Verwaltung kontert: Jetzt, wo das Eis getaut sei, wolle man sich „schnell kümmern“. Für Schwerin ist „schnell“ allerdings ein relativer Begriff — der Schlossgarten steht auch seit Wochen unter Wasser, und da wartet man ebenfalls noch auf eine Lösung.
Maßnahmenkatalog: Von Zwangsverfahren bis Achselzucken
Die Stadt prüft nun alles von Zwangsverfahren bis Pfändung. In der Praxis heißt das: Man schreibt Briefe an Bootseigner, die vermutlich längst in Hamburg wohnen, und wartet dann höflich auf Antwort. Die Grünen warnen: Sollte die Beseitigung Kosten verursachen, trage die Verwaltungsspitze Mitverantwortung. Die Verwaltungsspitze prüft derweil, ob man die Boote nicht einfach als schwimmende Sehenswürdigkeiten vermarkten könnte.
Immerhin: Am Schweriner See gibt es das Problem nicht. Dort nutzt nämlich niemand das Wasser — nicht mal illegal.
Quellen: NDR
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