Politik

Friedensbündnis vom Demokratiefest ausgeschlossen — Schwerin erfindet Demokratie mit Türsteher

Das Schweriner Friedensbündnis darf beim „Fest der Demokratie“ am Ostersamstag nicht mitmachen. Und nein, das ist kein Witz aus der Postillon-Redaktion — das ist Schwerin im Jahr 2026.

Demokratie ja, aber bitte nicht so viel davon

Die Landeshauptstadt plant für den 4. April ein „Fest der Demokratie“ in der Innenstadt. Klingt erstmal super. Bunt, offen, für alle. Nur eben nicht für das Friedensbündnis, das seit zehn Jahren Ostermärsche in Schwerin organisiert. Deren Antrag auf einen Infostand mit Material der Ärzteorganisation IPPNW sowie der Informationsstelle Militarisierung wurde abgelehnt. Frieden passt offenbar nicht ins Demokratiekonzept.

„Wir organisieren seit zehn Jahren Ostermärsche in dieser Stadt. Und jetzt sollen wir beim Fest der Demokratie draußen bleiben? Das muss man sich erstmal auf der Zunge zergehen lassen.“

Das Bündnis lässt sich davon nicht beirren und startet seinen eigenen Ostermarsch um 10 Uhr am Grunthalplatz. Abschlusskundgebung gegen 11:15 Uhr in der Schlossstraße vor der Staatskanzlei. Losung: „Nein zu Kriegsdienst, Kriegstüchtigkeit und Krieg.“ Für Schwerin bedeutet das: Am 4. April laufen zwei Veranstaltungen parallel — eine feiert Demokratie, die andere demonstriert sie.

Schwerin: Wo Demokratiefeste ein Türsteher-Konzept haben

Man muss das kurz sacken lassen: Eine Friedensbewegung wird von einer Veranstaltung ausgeschlossen, die sich „Fest der Demokratie“ nennt. Das ist ungefähr so, als würde man einen Vegetarier vom Salatbuffet verbannen, weil er zu laut kaut.

Inhaltlich geht es dem Bündnis um Abrüstung, einen deutschen Beitritt zum Atomwaffenverbotsvertrag und ein Ende weiterer Militarisierung. Man bezieht Stellung zu den Konflikten in der Ukraine, in Gaza und zum Verhältnis Iran. Alles Themen, über die man auf einem Demokratiefest vielleicht — nur so eine Idee — diskutieren könnte.

Aber gut, Schwerin bleibt Schwerin. In einer Stadt, in der man für ein Osterfeuer eine Diplomarbeit einreichen muss, wundert es am Ende niemanden, dass auch Demokratie erstmal eine Genehmigung braucht. Vielleicht sollte das Bündnis seinen Antrag nächstes Jahr einfach als „Bratwurststand mit Friedensdeko“ einreichen — die Chancen stehen besser.

Bildquelle: Elke Wetzig (User:Elya), CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Quellen: schwerin.news

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