OB-Wahl 2026

FDP unterstützt OB-Kandidat Schubert: Zwei Prozent-Kräfte finden zueinander

Der FDP-Kreisverband Schwerin hat den OB-Kandidaten Lars Schubert offiziell unterstützt. Der Mann, der in Göttingen lebt, 2002 mit 2 Prozent der Stimmen zum letzten Mal in Schwerin politisch in Erscheinung trat und sein Programm „Kehrtwende.Vernunft“ nennt, hat nun den Rückhalt einer Partei, die bei der letzten Bundestagswahl bundesweit unter der Fünf-Prozent-Hürde landete. Man könnte sagen: Es hat sich gefunden, was zusammengehört.

„Wir freuen uns, dass Lars Schubert als unabhängiger Kandidat die Flagge der Liberalen im Wahlkampf zur Oberbürgermeisterwahl hochhält“, sagte Kreisverbandsvorsitzender Gerd Güll. Was er nicht sagte: Wie viele Mitglieder genau die Flagge halten helfen. In Schwerin dürften es weniger sein als die Stammbesetzung einer durchschnittlichen Straßenbahn der NVS.

Kehrtwende.Vernunft trifft auf Realität.Schwerin

Schubert hatte sich bei zwei Vorstellungsrunden den Mitgliedern des Kreisverbandes präsentiert. Dass er dabei von seiner Kandidatur überzeugen konnte, ist insofern bemerkenswert, als seine politische Bilanz in Schwerin bislang aus exakt 701 Stimmen besteht. Das war 2002. Seitdem lebt er in Göttingen, berät Unternehmen und ist FDP-Mitglied in Niedersachsen. Nicht in Schwerin. In Niedersachsen.

„Endlich unterstützt mich eine Partei. Dass sie in Schwerin ungefähr so viele Wähler hat wie der Pfaffenteich Flamingos, ist mir bewusst. Aber jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt.“

So oder so ähnlich könnte Schubert die Unterstützung kommentiert haben

Das Programm „Kehrtwende.Vernunft“ fordert laut FDP ein „grundlegendes Umdenken in der Politik“. Was genau umgedacht werden soll, bleibt so vage wie die Frage, wann Schubert seinen Wohnsitz tatsächlich nach Schwerin verlegen will. Bislang plant er die Rückkehr. Planen kann man viel in Göttingen.

Die FDP in Mecklenburg-Vorpommern ist seit 2011 nicht mehr im Landtag vertreten. In Schwerin selbst dürfte der Kreisverband in eine mittelgroße Küche passen, wenn alle gleichzeitig kommen. Dass ausgerechnet diese Organisation einem Kandidaten den Rücken stärkt, der seit 24 Jahren nicht mehr in der Stadt lebt, hat eine gewisse poetische Qualität: Zwei politische Kräfte, die in Schwerin ungefähr gleich sichtbar sind, tun sich zusammen.

Ob die FDP-Unterstützung Schubert nennenswert Stimmen bringt, darf bezweifelt werden. Bei der Bundestagswahl 2025 erreichte die FDP bundesweit Ergebnisse, die selbst optimistische Liberale nachdenklich stimmen. In Schwerin, wo die AfD stärkste Kraft in der Stadtvertretung ist, dürfte „Kehrtwende.Vernunft“ ungefähr so viel Zugkraft entwickeln wie ein E-Scooter auf Kopfsteinpflaster.

Aber immerhin: Schubert hat jetzt offiziell mehr Parteiunterstützung als Heiko Steinmüller. Das ist die Art von Sieg, die man in Schwerin feiern kann.

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Quellen: Schwerin Lokal, Nordkurier

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