Infrastruktur

Bahn empört über falsche Busfarbe im Ersatzverkehr — Schwerin wartet weiter auf einen Zug, der nie kommt

Die Generalsanierung der Bahnstrecke Hamburg–Berlin ist das größte Infrastrukturprojekt, das Schwerin seit der Wiedervereinigung erlebt — und wie jedes große Projekt in dieser Stadt funktioniert es vor allem dadurch, dass es nicht funktioniert. Seit Monaten rollen statt Zügen täglich rund 200 Ersatzbusse durch die norddeutsche Tiefebene und befördern 30.000 Menschen, die eigentlich Bahn fahren wollten.

Verkehrspurpur: Die wichtigste Farbe seit RAL 3020

Jetzt eskaliert die Situation — aber nicht etwa, weil die Bauarbeiten mal wieder länger dauern als geplant (tun sie, der frostige Winter ist schuld, natürlich). Nein, das Busunternehmen Ecovista hat es gewagt, seine Flotte auszutauschen. Neuer Leasingvertrag, neue Busse. An sich eine Sache, die niemanden interessieren sollte, solange die Dinger fahren.

Aber die Deutsche Bahn, genauer gesagt ihre Tochter DB InfraGO, hat ein Problem damit: Die neuen Busse haben nicht den richtigen Farbton. „Verkehrspurpur“ müssten sie sein — ein Wort, das klingt, als hätte jemand beim Farbkatalog-Durchblättern einen Schlaganfall erlitten. Außerdem stimme die „Reisenden-Information“ nicht, und die Ausstattung entspreche nicht den vertraglichen Standards.

Man stelle sich vor: 30.000 Menschen stehen täglich im Ersatzbus statt im ICE — aber das eigentliche Problem ist, dass der Bus die falsche Farbe hat.

DB-InfraGO-Vorstand Gerd-Dietrich Bolte forderte Ecovista auf, „unverzüglich zum vertraglich vereinbarten Zustand zurückzukehren“. Rechtliche Schritte würden geprüft. Weil nichts mehr Deutschland sagt als: Die Züge fahren nicht, die Busse fahren, aber sie sind falsch angemalt.

Schwerin im Zentrum des Stillstands

Für Schwerin ist die Sanierungsstrecke natürlich besonders relevant. Die Landeshauptstadt liegt bekanntlich an keiner Hauptstrecke — aber genau deshalb trifft es die Stadt doppelt, wenn der ohnehin dünne Anschluss an die Zivilisation auch noch gekappt wird. Wer von Schwerin nach Berlin will, braucht inzwischen einen Tagesausflug — oder eine Genehmigung.

Ecovista betonte derweil gelassen, alle Linien würden planmäßig bedient. Es könne „vorübergehend zu Abweichungen bei Ausstattung und Echtzeit-Datenübertragung“ kommen. Übersetzt: Die Busse fahren, ihr könnt halt nicht in Echtzeit sehen, wie spät sie sind. Für Schweriner ist das kein Bug, das ist ein Feature.

Ein neuer Zeitplan für die Wiederaufnahme des regulären Zugverkehrs soll am 13. März vorgestellt werden. Schweriner sollten sich den Termin nicht vormerken — Enttäuschungen sind leichter zu ertragen, wenn man nicht mit ihnen rechnet.

Quellen: Schwerin-Lokal (SNO)

Nichts verpassen! 📰 Newsletter abonnieren

Erhalte die neuesten Nachrichten aus Schwerin direkt in dein Postfach – satirisch, ehrlich, geil.

Wir senden keinen Spam! Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.

Schwerin ist Geil auf WhatsApp

Tägliche Satire-News direkt aufs Handy. Kein Spam, nur Geilheit.

Jetzt Kanal abonnieren

Kostenlos · Kein Gruppenchat · Jederzeit abbestellbar

Teilen:

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Genau wie die meisten Neuigkeiten aus Schwerin.