Infrastruktur

Alte Post Schwerin: Planerwechsel beim 50-Millionen-Umbau — weil ein Planer offenbar nicht reicht

Wer in Schwerin ein historisches Gebäude sanieren will, sollte vor allem eines mitbringen: Geduld. Und einen Ersatzplaner. Und einen Ersatz für den Ersatz. Das Staatliche Bau- und Liegenschaftsamt hat jetzt bestätigt, dass man sich beim Umbau der Alten Post in der Mecklenburgstraße vom bisherigen Generalplaner trennt. Gründe? Keine Angaben. Ist ja auch privat.

49 Millionen Euro und kein Plan — dafür jetzt mehrere Planer

Statt eines Generalplaners sollen es künftig ein Objektplaner und diverse Fachplaner richten. Also mehr Köche für den Brei, der ohnehin schon seit 2023 vor sich hin köchelt. Die Sanierung des Reichspostgebäudes aus dem 19. Jahrhundert sollte ursprünglich Ende 2025 abgeschlossen sein. Wir schreiben März 2026. Einen neuen Fertigstellungstermin gibt es nicht — man könne „keine seriösen Aussagen“ treffen, so die Behörde. Immerhin: Bei Seriosität kennen sie sich aus.

„Derzeit dividiere man sich mit dem Generalplaner auseinander.“ — Staatliches Bau- und Liegenschaftsamt. Dividieren ist übrigens auch das, was man mit dem Budget macht.

230 Landesbedienstete sollen irgendwann in dem Gebäude am Pfaffenteich arbeiten. Irgendwann. Das Gebäude wurde zwischen 1892 und 1897 errichtet — die Sanierung wird also bald länger dauern als der Bau. Das Land hatte die Immobilie 2019 erworben, die Bauarbeiten begannen erst im Herbst 2023, weil sich die Finanzierungsgenehmigung hinzog. Klassiker.

Schwerin und seine Baustellen: Eine unendliche Geschichte

Man muss der Alten Post zugutehalten: Sie steht wenigstens noch. In einer Stadt, die den Leerstand zum UNESCO-Welterbe erheben möchte und deren Digitalisierungsstrategie aus dem Faxgerät besteht, ist ein Planerwechsel bei einem 50-Millionen-Projekt fast schon Routine. Die Bauarbeiten laufen weiter — auf Grundlage der bestehenden Planungen. Also mit dem Plan vom Planer, von dem man sich gerade trennt. Klingt solide.

Vielleicht sollte die Stadt den Umbau einfach als Performance-Kunst deklarieren. „Ewige Baustelle“ — das wäre dann wirklich mal was Neues für Schwerin. Oder auch nicht.

Quellen: NDR, Schwerin Lokal

Nichts verpassen! 📰 Newsletter abonnieren

Erhalte die neuesten Nachrichten aus Schwerin direkt in dein Postfach – satirisch, ehrlich, geil.

Wir senden keinen Spam! Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.

Schwerin ist Geil auf WhatsApp

Tägliche Satire-News direkt aufs Handy. Kein Spam, nur Geilheit.

Jetzt Kanal abonnieren

Kostenlos · Kein Gruppenchat · Jederzeit abbestellbar

Teilen:

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Genau wie die meisten Neuigkeiten aus Schwerin.