Politik

Achter OB-Kandidat aufgetaucht: Nino de Angelo will Schwerin jenseits von Eden führen

Sieben Kandidaten kämpfen um das Amt des Oberbürgermeisters in der Landeshauptstadt. Sieben. Man könnte meinen, das reicht. Doch die Stadt Schwerin wäre nicht Schwerin, wenn sie nicht noch einen draufsetzen würde – und zwar im wortwörtlichen Sinne.

Aufmerksame Spaziergänger konnten in diesen Tagen an einem Schweriner Laternenmast eine bemerkenswerte Entdeckung machen: Zwischen den Wahlplakaten von Petra Federau (AfD) und Sebastian Ehlers (CDU) hat sich ein dritter Kandidat ins Rennen geschoben, der bislang in keiner Prognose auftauchte – Nino de Angelo.

Jenseits von Schwerin

Sein Plakat hängt da, als hätte es schon immer dorthin gehört. „Vivi la Vita“ steht drauf – und mal ehrlich: Als Wahlkampfslogan für Schwerin wäre das mutiger als alles, was die anderen sieben zusammen zu bieten haben. „Lebendige Innenstadt für Jung & Alt“ links, „Durchstarten. JETZT!“ rechts – und mittendrin ein Mann, der mit „Jenseits von Eden“ berühmt wurde und jetzt offenbar Jenseits von Schwerin erobern will.

Endlich mal ein Kandidat mit Bühnenerfahrung. In der Stadtvertretung ist das ja auch nur Theater.

Ein Schweriner Bürger, der anonym bleiben möchte

Rein formal handelt es sich bei dem Plakat natürlich um eine Konzertankündigung – Nino de Angelo spielt am 12. Juli 2026 auf der Freilichtbühne Schlossgarten. Aber seien wir ehrlich: In einer Stadt, in der sieben Leute um einen Job kämpfen, den der letzte Amtsinhaber freiwillig hingeworfen hat, würde man auch einen italienischen Schlagersänger nicht mehr als die absurdeste Option bezeichnen.

Die Chancen stehen gut

Und wenn man es nüchtern betrachtet: Nino de Angelo hätte durchaus Vorteile. Erstens kennt ihn jeder – mehr als man von einigen der tatsächlichen Kandidaten behaupten könnte. Zweitens passt sein größter Hit perfekt zur Lage: Schwerin, die Landeshauptstadt, die seit Jahren jenseits von so ziemlich allem liegt. Jenseits von Wachstum. Jenseits von Nachtleben. Jenseits der 100.000-Einwohner-Grenze. „Jenseits von Eden“ ist quasi die inoffizielle Stadthymne.

Drittens: „Vivi la Vita“ als politisches Programm. Lebe das Leben. In Schwerin. Allein der Optimismus wäre erfrischend. Und viertens – der Mann füllt immerhin die Freilichtbühne. Das muss ihm in der Stadtvertretung erstmal einer nachmachen.

Ob sich Nino de Angelo tatsächlich noch für die OB-Wahl am 12. April aufstellen lässt, ist fraglich – der Wahlausschuss hat bereits sieben Kandidaten zugelassen, die Frist ist durch. Aber vielleicht reicht es ja für die Stichwahl. Schwerin hätte Schlimmeres erlebt.

Foto: Leser-Einsendung. Die Plakate hängen wirklich so.

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