Infrastruktur

46 Millionen für Schwerin: 50.000 Euro davon gehen in Toiletten

Schwerin bekommt 46 Millionen Euro aus dem Sondervermögen des Bundes. Verteilt auf zehn Jahre. Klingt nach viel Geld — bis man rechnet. Das sind 4,6 Millionen pro Jahr. Für eine Landeshauptstadt. Da wird jeder Mittelständler aus Baden-Württemberg nervös, weil das seine Quartalsausgaben für Bürokaffee sind.

Pausenhöfe, Busse und ein Klo — die große Schweriner Wunschliste

Die Verwaltung hat jetzt ihren Verwendungsvorschlag präsentiert, und man muss sagen: Es ist rührend. 1,6 Millionen für die Sanierung von zwei Schulpausenhöfen. 11 Millionen für einen Neubau in Lankow für Kinder mit Förderbedarf. 6 Millionen für eine Schulsportanlage in der Weststadt. 13,8 Millionen für das Gymnasium Fridericianum — Planung ab 2027, Bau ab 2030. In Schwerin heißt das: Wenn die jetzigen Erstklässler Abi machen, ist die Baustelle vielleicht halb fertig.

Dazu kommen 7,8 Millionen für den ÖPNV — genauer gesagt für 13 Elektrobusse im Jahr 2028. Dreizehn. In einer Stadt, in der der Bus manchmal häufiger ausfällt als er fährt, ist das fast schon provokant optimistisch. Aber hey, Schwerin vergräbt ja auch symbolisch Geld für Fahrradparkhäuser — Elektrobusse sind da fast schon konservativ.

„Ich freue mich, dass wir als erste Kommune in MV den politischen Gremien einen konkreten Plan zur Entscheidung vorlegen können.“
— Vize-Oberbürgermeister Bernd Nottebaum (CDU), vermutlich mit Tränen der Rührung

Der Sockelbetrag: 50.000 Euro für Kloschüsseln

Das Highlight des Abends: Jede Gemeinde in MV bekommt pauschal 50.000 Euro. Schwerin investiert diesen Betrag — man halte sich fest — in die Sanierung der Toiletten in der „Alten Post“ am Berliner Platz. Ein Vierteljahrhundert Sondervermögen des Bundes, milliardenschwere Koalitionsverhandlungen, komplexe Verwaltungsvereinbarungen zwischen Bund und Ländern — und am Ende steht in Schwerin ein neues Klo. Infrastruktur, Baby.

Zur Einordnung: Die Radsporthalle hat sich gerade von 15 auf 25 Millionen verteuert, und das Freilichtmuseum Mueß wartet seit Jahren auf ein Eingangsgebäude. Jetzt soll es 6,2 Millionen aus dem Paket bekommen. Ob das reicht oder ob das Gebäude bis 2035 ebenfalls 25 Millionen kostet — man wird sehen.

Die Politik hat natürlich schon eigene Ideen. Im Hauptausschuss wurde diskutiert, ob man das Geld nicht anders verteilen sollte. In Schwerin bedeutet „Diskussion“ bekanntlich: Drei Jahre Ausschusssitzungen, dann ein Kompromiss, der niemanden zufriedenstellt, und am Ende wird alles teurer als geplant. Tradition verpflichtet.

Immerhin: Kämmerer Riemer betont, die Alte Post werde „auf vielfältige Weise gemeinwohlorientiert genutzt“. Das klingt nach einem Satz, den jemand sagen muss, wenn er erklärt, warum Bundesgeld in eine Toilette fließt. Gemeinwohlorientiertes Klo. Schwerin, wo Demokratie 150.000 Euro kostet und Toiletten den Bundeshaushalt beschäftigen.

Quellen: Nordkurier

Nichts verpassen! 📰 Newsletter abonnieren

Erhalte die neuesten Nachrichten aus Schwerin direkt in dein Postfach – satirisch, ehrlich, geil.

Wir senden keinen Spam! Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.

Schwerin ist Geil auf WhatsApp

Tägliche Satire-News direkt aufs Handy. Kein Spam, nur Geilheit.

Jetzt Kanal abonnieren

Kostenlos · Kein Gruppenchat · Jederzeit abbestellbar

Teilen:

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Genau wie die meisten Neuigkeiten aus Schwerin.