Schwerin hat wieder geputzt. Zum 30. Mal. Und weil man in dieser Stadt aus allem ein Event machen muss, gibt es danach natürlich eine Party. Nicht irgendeine Party — eine Schrubberparty. Auf dem Bertha-Klingberg-Platz. Mit Müllmodenschau. Man kann sich das nicht ausdenken.
19,5 Tonnen Müll und ein Sauberkeitsgefühl, das bis April hält
Im vergangenen Jahr beteiligten sich fast 6.100 Schweriner am Frühjahrsputz und sammelten stolze 19,5 Tonnen Müll ein. Das klingt beeindruckend — bis man sich fragt, wer den ganzen Müll eigentlich hingeworfen hat. Aber so ist Schwerin: Erst vermüllen, dann gemeinsam aufräumen und sich anschließend dafür feiern. Das Gammelboot am Ziegelsee hat man dabei elegant ausgeklammert.
„Es ist wunderbar, dass jedes Jahr tausende Schwerinerinnen und Schweriner freiwillig daran teilnehmen.“ — Bernd Nottebaum, Erster Stellvertreter des Oberbürgermeisters. Freiwillig. Klar.
Der Erste Stellvertreter des Oberbürgermeisters, Bernd Nottebaum, lobte das gemeinschaftliche Saubermachen, das in diesem Jahr seinen 30. Geburtstag feierte. 30 Jahre Frühjahrsputz — das ist eine längere Tradition als die meisten Schweriner Bauprojekte. Die Wonnemar-Baustelle hat erst 15 Jahre auf dem Buckel und ist trotzdem schon eine Institution.
Müllmodenschau: Haute Couture aus der gelben Tonne
Der absolute Höhepunkt der Schrubberparty: Kita-Kinder der Kita gGmbH präsentieren auf einem Laufsteg ihre „fantasievollen Kreationen“ bei einer Müllmodenschau. Kostüme aus Wertstoffen. Auf einem Laufsteg. Vor Publikum. Irgendwo weint ein Mailänder Modedesigner leise in sein Espresso. Aber hey — wenn Schwerin schon keine Fashion Week bekommt, dann macht man eben seine eigene. Mit PET-Flaschen und Kronkorken.
Dazu gibt es einen Ballonkran, der kostenlos einen Blick über die „frisch geputzte Stadt“ bietet. Von oben sieht Schwerin tatsächlich ganz passabel aus — solange man nicht zu genau hinschaut. Musikerin Rike Döring aus Güstrow sorgt für die Beschallung, diverse Sportvereine stellen sich vor, und beim Fußballdart ist Treffsicherheit gefragt. Für das leibliche Wohl ist ebenfalls gesorgt — man munkelt, die Bratwurst kostet mittlerweile mehr als ein ICE-Zuschlag nach Hamburg.
Der Eintritt ist kostenlos. Wie so vieles in Schwerin, das keiner braucht, aber alle feiern.
Quellen: Schwerin Lokal
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