Politik

Zoo Schwerin eröffnet Löwenlodge: Übernachtung mit Raubtieren beliebter als in der Innenstadt

Es ist soweit: Der Zoo Schwerin hat endlich eine Antwort auf die Frage gefunden, warum jemand freiwillig in der Landeshauptstadt übernachten sollte. Ab dem 1. März können Gäste in der neu eröffneten Löwenlodge direkt neben Asiatischen Löwen schlafen – und damit erstmals an einem Ort in Schwerin, der nachts tatsächlich etwas zu bieten hat.

Die Lodge, die in einem ehemaligen Straußenstall eingerichtet wurde, verbindet laut Zoo „Naturerlebnis mit Komfort“. Ein Satz, den man über Schwerin selbst beim besten Willen nicht sagen kann. Mit fünf Schlafplätzen, einer hochwertigen Küche und einer holzvertäfelten Terrasse bietet die Unterkunft mehr Ausstattung als manches Viertel in Lankow. Das Ganze im indischen Stil – weil nichts so authentisch indisch ist wie ein umgebauter Vogelstall in Mecklenburg-Vorpommern.

Glasfront statt Fluchtinstinkt

Herzstück der Lodge ist die Terrasse, von der aus Gäste durch eine Glasfront das Löwenrudel beobachten können. Acht Tiere leben derzeit im Zoo, darunter drei kürzlich geborene Jungtiere von Löwin Heidi – das größte Rudel im europäischen Zuchterhaltungsprogramm. Damit hat Schwerin offiziell mehr Nachwuchs bei Löwen als bei Einwohnern unter 30.

„Das Konzept ist in Deutschland einzigartig. Wo sonst kann man zwischen Raubtieren einschlafen und trotzdem sicherer sein als nachts am Marienplatz?“

Ein Sprecher des Zoovereins, sichtlich gerührt

Besonders charmant: Hunde sind in der Lodge ausdrücklich willkommen. Eine private Abendführung durch den Zoo kann ebenfalls gebucht werden – für alle, die nach dem Schloss und dem Zoo noch die dritte Sehenswürdigkeit der Stadt suchen. Spoiler: Es gibt keine.

Safari-Feeling zwischen Plattenbau und Pfaffenteich

Was für andere Städte ein nettes Zusatzangebot wäre, ist für Schwerin ein Paradigmenwechsel: Erstmals gibt es einen triftigen Grund, über Nacht zu bleiben. Bisher bestand die Übernachtungsstrategie der Landeshauptstadt darin, dass Touristen den letzten Zug nach Hamburg verpassen. Jetzt können sie stattdessen zwischen schnarchenden Löwen und den Geräuschen des mecklenburgischen Windes einschlafen – ein Upgrade, über das sich selbst die Pfaffenteich-Schwäne freuen dürften.

Buchungen sind ab sofort auf der Website des Zoo Schwerin möglich. Die Löwen konnten für eine Stellungnahme nicht erreicht werden – vermutlich, weil auch sie gerade ihren Umsiedlungsantrag nach Rostock vorbereiten.

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