Politik

ZDF verkauft Landesstudio am Pfaffenteich – zieht vielleicht zum NDR: „Wie WG nur mit Kameras“

Schwerin. Das ZDF will sein historisches Gebäude am Pfaffenteich loswerden und erwägt den Umzug ins NDR-Landesfunkhaus. Was für Normalbürger klingt wie „reicher Sender zieht zum anderen reichen Sender“, ist in Wirklichkeit Teil des Reformstaatsvertrags zur Kostensenkung. Spoiler: ARD und ZDF sollen enger zusammenarbeiten. Oder wie man in Schwerin sagt: endlich auch bei den Öffentlich-Rechtlichen angekommen, was jede mecklenburgische WG längst weiß – zusammenziehen spart Miete.

35 Jahre Pfaffenteich: Eine Ära geht zu Ende

Seit 1991 sitzt das ZDF-Landesstudio im denkmalgeschützten Gebäude der Kückenstiftung, einem neoklassizistischen Schmuckstück, das der Mainzer Sender in den Neunzigern liebevoll saniert hat. Jetzt ist das Gebäude „sanierungsbedürftig“ – ein Euphemismus, der in Schwerin normalerweise bedeutet: „Das Dach leckt und die Heizung macht komische Geräusche.“

„Die Spekulationen, dass wir uns in irgendeiner Weise zurückziehen, stimmen nicht.“

Bernd Mosebach, Leiter ZDF-Landesstudio MV

Studioleiter Bernd Mosebach beruhigt die Bevölkerung: Die Berichterstattung werde nicht eingeschränkt, im Gegenteil – zur Landtagswahl im September erwarte man sogar mehr Berichterstattung. Was für Schwerin bedeutet: einmal im Quartal statt alle sechs Monate beim „heute journal“ erwähnt werden.

Umzug frühestens 2027 – wegen Wahlkampf-Stress

Ein Umzug während des Wahlkampfes sei nicht zu stemmen, so Mosebach. Verständlich: Wenn man gleichzeitig über Wahlplakate berichten und Umzugskartons packen muss, geht schnell was schief. Außerdem will niemand während einer Live-Schalte zur Staatskanzlei im Hintergrund Möbelpacker rumschreien hören.

In Düsseldorf funktioniert das Modell „ZDF beim WDR“ übrigens seit 2022. Die elf ZDF-Mitarbeiter in Schwerin könnten also bald Tür an Tür mit den NDR-Kollegen arbeiten. Ob die gemeinsame Kaffeeküche dann für neue Synergien sorgt oder für erbitterte Revierkämpfe um die letzte Milch – das wird die Zeit zeigen.

Quelle: Ostsee-Zeitung

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