Politik

Warnstreik legt Schweriner Nahverkehr lahm — Experten bezweifeln, dass es jemand bemerkt

Am Freitag, dem 27. Februar, werden in Schwerin keine Busse und Straßenbahnen fahren. Die Gewerkschaft ver.di hat zum ganztägigen Warnstreik im Nahverkehr aufgerufen. Betroffen ist unter anderem die NVS Nahverkehr Schwerin — also exakt das Unternehmen, das die Stadt mit dem verbindet, was Schwerin für öffentlichen Nahverkehr hält.

35-Stunden-Woche, höhere Zuschläge — und ein Fahrgast, der es merkt

ver.di fordert im Rahmen der Manteltarifrunde 2026 für den Spartentarifvertrag TV-N Mecklenburg-Vorpommern unter anderem eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 35 Stunden, höhere Nachtzuschläge, eine volle Jahressonderzahlung sowie Verbesserungen bei Zulagen und der betrieblichen Altersvorsorge. Die Laufzeit soll 24 Monate betragen.

„Fahrgäste müssen am Streiktag mit erheblichen Einschränkungen im Busverkehr rechnen.“

Erhebliche Einschränkungen im Schweriner Nahverkehr — das ist ungefähr so, als würde man ankündigen, dass es in der Sahara am Freitag besonders trocken wird. Wer in Schwerin regelmäßig Bus fährt, hat ohnehin die Geduld eines buddhistischen Mönchs und die Zeitplanung eines Menschen, der weiß, dass „alle 20 Minuten“ eine grobe Schätzung ist.

Ganz MV steht still — und Schwerin wie immer

Betroffen sind neben der NVS auch Rebus Regionalbus Rostock, der Verkehrsbetrieb Greifswald, die Mecklenburg-Vorpommersche Verkehrsgesellschaft, die Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen, die Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim und Nahbus Nordwestmecklenburg. Kurz: Wer am Freitag in MV irgendwohin muss, sollte entweder ein Auto haben oder nirgendwohin müssen.

Für die Schweriner Pendler, die ohnehin den Regionalexpress nach Hamburg als Hauptverkehrsmittel nutzen, ändert sich immerhin wenig. Und wer auf die neuen Straßenbahnen der NVS wartet, hat sowieso gelernt, dass Geduld in dieser Stadt die wichtigste Kompetenz ist.

Die eigentliche Frage

Ob Notfahrpläne eingerichtet werden, war zunächst nicht bekannt. Die eigentliche Frage ist allerdings eine andere: Wenn in Schwerin am Freitag kein Bus fährt und keiner es merkt — hat der Streik dann überhaupt stattgefunden? Philosophen streiten sich. Die Deutsche Bahn hat jedenfalls vorsorglich erklärt, dass der Hauptbahnhof auch ohne Nahverkehrsanbindung seinen Haltepunkt-Status behält.

Quellen: Schwerin Lokal

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