Politik

UNESCO-Welterbe unter Wasser: Schlossgarten wird zur Modderpiste — Stadt empfiehlt Gummistiefel statt Kulturgenuss

Der Schweriner Schlossgarten, Teil des UNESCO-Welterbes und normalerweise die einzige Sehenswürdigkeit der Stadt, die man Besuchern zeigen kann, ohne sich zu schämen, hat sich in eine Schlammlandschaft verwandelt. Der Frost-Tau-Wechsel macht Wege rutschig, Wiesen stehen unter Wasser, und Spaziergänger brauchen inzwischen mehr Outdoor-Ausrüstung als für eine Himalaya-Expedition.

Der Boden ist noch gefroren — wie die Stadtentwicklung

Dietmar Braune von den Staatlichen Schlössern, Gärten und Kunstsammlungen Mecklenburg-Vorpommern erklärt die Lage nüchtern:

„Der Boden ist noch gefroren und das Wasser kann nicht weg.“

Durch den schnellen Wechsel von Frost zu Tauwetter staut sich das Wasser an der Oberfläche. Die Wiesenflächen sind überschwemmt, die Wege matschig und rutschig. Spaziergänger sollten „besonders aufmerksam“ unterwegs sein — ein Ratschlag, der in Schwerin generell nicht schaden kann, etwa beim Überqueren von Straßen mit Schlaglöchern.

THW pumpt in der Region — Schwerin bleibt cool

Das Technische Hilfswerk war am Wochenende im Dauereinsatz. Am Samstag unterstützte der Schweriner Ortsverband die Kameraden in Gadebusch, am Sonntag folgte ein Einsatz in Ruthenbeck. Mit fünf Pumpen wurden dort rund 7.000 bis 8.000 Liter pro Minute abgepumpt — mehr Wasser, als der Schweriner See im ganzen letzten Sommer an Badegästen gesehen hat.

Innerhalb Schwerins selbst gab es laut Feuerwehr nur einen einzigen wetterbedingten Einsatz am Sonntag in der Innenstadt. Das liegt vermutlich weniger an der robusten Infrastruktur als daran, dass um diese Jahreszeit ohnehin kaum jemand freiwillig nach draußen geht.

Welterbe mit Wetterschäden

Der Schlossgarten ist seit 2024 Teil des UNESCO-Welterbes — eine Auszeichnung, die man sich hart erarbeitet hat. Dass der Garten jetzt aussieht wie ein Festivalgelände nach drei Tagen Regen, ist vermutlich nicht das, was sich die Jury vorgestellt hat. Aber so ist das in Schwerin: Selbst das Welterbe hat Saison.

Wer trotzdem spazieren gehen möchte, dem sei geraten: Gummistiefel anziehen, Gleichgewicht halten und sich nicht darüber beschweren. Denn wie wir aus dem Schweriner Gastgewerbe wissen: Wenn es regnet, schließt auch der letzte Laden früher.

Quellen: Nordkurier Schwerin

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