Gesellschaft

Suchtprävention an Schweriner Schulen: Experten warnen vor der gefährlichsten Droge – Hoffnung

An Schweriner Schulen soll Suchtprävention künftig zum festen Bestandteil des Schulalltags werden. Spielsucht, Mediensucht, Drogen – die Gefahren lauern überall, so die Experten. Was die Experten dabei nicht erwähnen: Die statistisch größte Suchtgefahr in Schwerin besteht darin, hier wohnen zu bleiben, obwohl man längst hätte gehen können.

Laut Ostsee-Zeitung soll das Programm an mehreren Schulen in der Landeshauptstadt ausgerollt werden Ähnlich wie bei Nach Luxus-Ausflug nach Potsdam: Schwerins legendäres Einhorn kehrt zurück – und zieht wieder mehr Besucher als der Zoo. Schülerinnen und Schüler sollen lernen, Suchtmuster zu erkennen und sich Hilfe zu holen. Konkret geht es um Spielsucht, exzessiven Medienkonsum und illegale Substanzen. Wer schon mal einen Freitagabend in Schwerin verbracht hat, versteht die Dringlichkeit.

Medienkompetenz in einer Stadt ohne Medienkompetenz

Besonders der Bereich Mediensucht wird intensiv behandelt Ähnlich wie bei Schweriner Optimismus – Eine bedrohte Art. Kinder sollen lernen, ihr Smartphone auch mal beiseite zu legen. Pädagogen empfehlen als Alternative: „Rausgehen und die Stadt erkunden.“ Wer das in Schwerin tatsächlich versucht hat, weiß, warum die Jugend lieber am Handy bleibt.

„Mein Sohn hat aufgehört, am Handy zu spielen Ähnlich wie bei Schwerin definiert Kultur neu: Modellbahn-Ausstellung ist jetzt offiziell kultureller Höhepunkt der Winterferien. Jetzt starrt er aus dem Fenster auf die Bundesstraße. Ich weiß nicht, was schlimmer ist.“

Karsten B. (44), Vater aus dem Mueßer Holz

Beim Thema Spielsucht setzt das Programm auf Aufklärung über Online-Casinos und Sportwetten. Dass man in Schwerin an jeder zweiten Ecke eine Spielhalle findet, aber keinen Buchladen, wird im Lehrplan nicht thematisiert. „Das wäre Kommunalpolitik, nicht Prävention“, heißt es aus dem Bildungsministerium.

Drogenprävention: „Schwerin ist clean – das Problem sind andere“

Im Bereich illegale Substanzen setzt man auf abschreckende Beispiele. „Wir zeigen den Kindern, was Drogen aus einem Menschen machen“, erklärt eine Präventionsbeauftragte. Einige Lehrkräfte berichten, dass allein der tägliche Blick auf den Marienplatz ausreichend abschreckend wirke. Das sei allerdings kein offizieller Teil des Lehrplans.

Kritiker des Programms weisen darauf hin, dass die eigentliche Suchtgefahr für Schweriner Jugendliche eine ganz andere sei: die chronische Abhängigkeit von der Hoffnung, dass sich in dieser Stadt irgendwann mal was ändert. „Das ist die härteste Droge überhaupt“, sagt ein Sozialarbeiter, der anonym bleiben möchte. „Und der Entzug ist brutal.“

Das Präventionsprogramm startet nach den Winterferien. Bis dahin empfiehlt das Bildungsministerium den Eltern, einfach „miteinander zu reden“. In Schwerin gilt das bekanntlich als Extremsportart.

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