Politik

SPD MV erfindet Familien-Jobcenter: Ehefrau hier, Mutter da, Gutshof für alle

Die SPD in Mecklenburg-Vorpommern hat ein neues Familienförderungsprogramm aufgelegt — und diesmal geht es ausnahmsweise nicht um Kindergeld oder Elternzeit, sondern um gut dotierte Bürojobs für die Verwandtschaft.

Wenn der Stammbaum zum Organigramm wird

Die Opposition im Schweriner Landtag hat schwere Vorwürfe der Vetternwirtschaft gegen die SPD erhoben. CDU-Landeschef Daniel Peters zieht Parallelen zur AfD in Sachsen-Anhalt — nur dass man in MV offenbar deutlich mehr Erfahrung damit habe. Der FDP-Abgeordnete David Wulff spricht von „struktureller Selbstbedienung“. Starke Worte. Noch stärkere Fakten.

Die Vorwürfe im Detail: Ein SPD-Bundestagsabgeordneter stellt die Ehefrau eines SPD-Landtagsabgeordneten in seinem Wahlkreisbüro ein — in demselben Gebäude, in dem auch der Ehemann sein Büro hat. Man spart sich halt den Arbeitsweg. Effizienz auf SPD-Art. Die Ehefrau eines weiteren Landtagsabgeordneten arbeitet als Büroleiterin eines SPD-Landrats. Und die Mutter eines dritten Abgeordneten ist bei einem Fraktionskollegen beschäftigt. Da wird aus dem Familientreffen zu Weihnachten quasi eine Betriebsversammlung.

„Wie viele familiäre und politische Überschneidungen braucht es noch, bis man von struktureller Selbstbedienung sprechen muss?“ — David Wulff, FDP

Besonders pikant: Die SPD veranstaltet ihre großen Events gerne auf dem Gutshof eines Ehemanns einer wichtigen Landtagsabgeordneten. Networking nennt man das wohl, wenn man es positiv formulieren will. In Schwerin sagt man dazu: „Kennt man sich, hilft man sich.“ In Berlin nennt man es „Untersuchungsausschuss-Material“.

Die Landesregierung findet das alles ganz normal

Der Sprecher der Landesregierung stellt klar: Es dürfe kein Einstellungsverbot für Familienangehörige geben. In keinem Fall liege ein Interessenkonflikt vor. Niemand sei wegen Verwandtschaft eingestellt worden. Dass die Betroffenen rein zufällig alle miteinander verwandt UND in der gleichen Partei UND in den gleichen Büros sitzen — statistischer Zufall, mehr nicht.

Man stelle sich vor, die gleiche Logik gälte im Fußball: „Nein, nein, mein Sohn spielt nicht in der Mannschaft, weil ich der Trainer bin. Er hat sich ganz normal beworben — per WhatsApp am Frühstückstisch.“

Schwerin bleibt Schwerin: Eine Stadt, in der politische Karrieren im Stammbaum wachsen und Büros im Familienbesitz sind. Aber hey — wenigstens ist die Weihnachtsfeier der Fraktion jetzt steuerlich absetzbar. Als Familienfeier.

Quellen: ad-hoc-news.de, nachrichten-heute.net

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