Kurioses

Sieben-Seen-Center benennt sich in „Drei-Laden-Center“ um — Geschäftsführung spricht von „ehrlicher Markenkommunikation“

Schwerin. Das Sieben-Seen-Center in Schwerin-Krebsförden, mit rund 17.000 Quadratmetern Verkaufsfläche das größte Einkaufszentrum der Landeshauptstadt, wird zum 1. April in „Drei-Laden-Center“ umbenannt. Das bestätigte die Geschäftsführung am Donnerstag in einer Presseerklärung, die per Fax verschickt wurde, weil die E-Mail-Server „technische Schwierigkeiten“ hatten.

„Wir möchten unseren Kunden gegenüber transparent sein“, erklärte Center-Manager Torsten Weidlich. „Der Name Sieben-Seen-Center suggeriert sieben Seen. Die haben wir. Aber er suggeriert auch ein Center. Und das ist bei drei geöffneten Geschäften, einem Frisör und einem Automaten für Tiernahrung zunehmend schwer zu rechtfertigen.“

Leerstandsquote überholt Besucherquote

Nach internen Zahlen stehen aktuell 38 von 55 Ladenflächen im Center leer. Die verbleibenden Mieter — eine Drogerie, ein Mobilfunkanbieter und ein Geschäft, das ausschließlich Schlüsselanhänger mit Schwerin-Motiv verkauft — hätten sich in einem gemeinsamen Brief an die Geschäftsführung gewandt und um Namensänderung gebeten. Der Schlüsselanhänger-Händler soll geschrieben haben: „Ich bin hier seit elf Jahren der einzige Kunde meines eigenen Ladens. Wenigstens der Name sollte ehrlich sein.“

„Früher sind die Leute samstags zum Shoppen ins Sieben-Seen-Center gefahren. Heute fahren sie samstags nach Lübeck, Hamburg oder Rostock zum Shoppen. Und unter der Woche auch.“

Torsten Weidlich, Center-Manager und letzter Optimist von Krebsförden

Die Umbenennung ist Teil einer umfassenden „Rebranding-Strategie“, die das Center zukunftsfähig machen soll. Geplant sind außerdem ein „Erlebnis-Leerstand“, bei dem Besucher durch die verlassenen Ladenlokale geführt werden, sowie ein Escape Room in der ehemaligen Elektronik-Abteilung — ein Konzept, das die Marienplatz-Galerie bereits erfolgreich erprobt.

Stadtverwaltung begrüßt „Mut zur Wahrheit“

Interims-Oberbürgermeister Bernd Nottebaum nannte die Umbenennung einen „Akt der Selbsterkenntnis, der Schwerin insgesamt gut zu Gesicht stünde“. Man prüfe nun, ob auch andere Einrichtungen umbenannt werden sollten. Im Gespräch seien das Staatstheater („Staatstheat“, weil das „er“ bei dem Budget nicht mehr drin sei) und der Hauptbahnhof („Haltepunkt Schwerin“, was die Deutsche Bahn ohnehin schon vorgeschlagen habe).

Der Schlüsselanhänger-Händler hat unterdessen angekündigt, sein Sortiment zu erweitern: Ab März gibt es auch Kühlschrankmagnete. Mit dem Aufdruck: „Schwerin — ehrlich seit 2026.“

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