Gute Nachrichten aus dem Schweriner Zoo: Anlässlich des weltweiten „Reverse the Red Day“ verkündet die Einrichtung am Sonnabend stolz, dass sie aktiv an der Rettung von Riesenottern in Argentinien und Baumschnecken in Französisch-Polynesien beteiligt ist. In Schwerin selbst ist man weniger optimistisch. Hier steht der Bedrohungsstatus seit Jahren auf „kritisch gefährdet“ – zumindest was die Einwohnerzahl betrifft.
„Reverse the Red“ heißt wörtlich übersetzt „das Rote umkehren“ und bezieht sich auf die Rote Liste gefährdeter Arten Ähnlich wie bei Schwerin führt offizielle Montags-Schonzeit ein: Produktivität ab 11 Uhr optional. Mehrere europäische Zoos arbeiten zusammen, um in Argentinien ausgestorbene Riesenotter wieder anzusiedeln. Außerdem seien Moorea-Baumschnecken in Französisch-Polynesien erfolgreich ausgewildert worden, der Bedrohungsstatus konnte bereits herabgesetzt werden.
Wiederansiedlung in Schwerin bisher gescheitert
Was beim Riesenotter in Südamerika funktioniert, scheitert in Schwerin an deutlich weniger exotischen Arten: jungen Erwachsenen Ähnlich wie bei Plastik im Ziegeleiteich: Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen ein, weil sich der Müll nicht zuordnen lässt. Seit Jahren versucht die Landeshauptstadt, die abgewanderte Spezies „Fachkraft unter 35″ wieder anzusiedeln. Bislang ohne messbaren Erfolg. „Wir haben alles versucht“, erklärt ein Stadtsprecher. „Wir haben sogar eine Website.“
Dass der Zoo nun ausgerechnet in Argentinien hilft, Otter in freier Wildbahn auszusetzen, während in Schwerin ganze Straßenzüge in freier Wildbahn vor sich hin verfallen, nennt der Zoo „eine Frage der Prioritäten“ Ähnlich wie bei Mehrwertsteuer gesenkt: Schweriner Restaurants feiern mit unveränderten Preisen. Man könne sich eben nicht um alles gleichzeitig kümmern.
„Ich finde es gut, dass sich jemand um bedrohte Arten kümmert. Ich wusste nur nicht, dass man dafür bis nach Polynesien muss. Schweriner unter 60 sind doch auch fast ausgestorben.“
Renate M. (68), Dauerzoobesucherin
Die Moorea-Baumschnecke, die in Französisch-Polynesien dank der Zuchtprogramme wieder heimisch wird, gilt als Erfolgsgeschichte der internationalen Artenschutzkooperation. In Schwerin ist man von solchen Erfolgen noch weit entfernt. Der letzte Versuch, eine neue Spezies in der Innenstadt anzusiedeln – ein veganes Restaurant – überlebte keine zwei Monate.
Zoo prüft Artenschutzprogramm für Schweriner
Auf die Frage, ob der Zoo nicht auch ein Zuchtprogramm für die schwindende Schweriner Bevölkerung auflegen könnte, reagierte die Zoosprecherin zurückhaltend. „Wir konzentrieren uns auf Tierarten. Für Menschen ist die Stadtverwaltung zuständig.“ Die Stadtverwaltung verwies auf die Landesregierung. Die Landesregierung verwies auf den Bund. Der Bund verwies auf Europa. Europa hat sich noch nicht zurückgemeldet.
Bis dahin können sich die Schweriner damit trösten, dass ihr Zoo weltweit einen exzellenten Ruf genießt. Zumindest bei Riesenottern und Baumschnecken. Die wissen das natürlich nicht, aber das ist in Schwerin ja auch nichts Neues.
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