Schwerin. Die Ostsee-Zeitung hat einen Problemmelder für Schwerin gestartet. Bürgerinnen und Bürger können dort melden, welche Probleme der künftige Oberbürgermeister angehen soll. Unter allen Teilnehmern wird ein Restaurantgutschein verlost. Denn wer Schwerins Probleme benennt, hat sich eine warme Mahlzeit verdient.
Schlaglöcher, Wohnungsnot, Perspektivlosigkeit
Die Themenpalette ist breit: Fehlender Wohnraum, schlechte Radwege, soziale Spaltung. Wer in Schwerin lebt, kennt die Liste auswendig. Sie hat sich in den letzten dreißig Jahren nicht wesentlich verändert, nur die Prioritäten verschieben sich je nach Wahlkampf. Ob der nächste OB die Probleme löst, steht in den Sternen. Ob er sie zur Chefsache erklärt, ist sicher.
Ob die Schlaglöcher in der Straße vor der Haustür oder das Angebot für Kinder und Jugendliche in der Stadt: Die Schwerinerinnen und Schweriner wissen am besten, welche Probleme angegangen werden sollten.
Ostsee-Zeitung
Am 12. April wird gewählt, nachdem Bernd Nottebaum (SPD) zum Jahresende überraschend zurücktrat. Der Amtsinhaber hatte eigentlich sieben Jahre vor sich, entschied sich aber anders. Ob er die Problemliste gesehen hat, ist nicht überliefert.
1.100 Mitarbeiter, null ICE-Anschluss
Der künftige Oberbürgermeister wird Chef von rund 1.100 Mitarbeitern der Stadtverwaltung. Er kann die Stadt gestalten, braucht dafür aber die Zustimmung der Stadtvertretung. In Schwerin bedeutet das: Vorlage, Ausschuss, Vertagung, neue Vorlage, Arbeitsgruppe, Kompromiss, Stillstand. Ein bewährtes System.
98.308 Einwohner dürfen im April entscheiden, wer die nächsten Jahre ihre Probleme verwaltet. Sollte es keine Mehrheit geben, findet am 26. April eine Stichwahl statt. Die Probleme bleiben derweil, wo sie sind. Die warten nicht auf Wahlergebnisse.
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