Kultur

Schwerin kauft E-Werk für 450.000 Euro: Endlich eine Ruine, die der Stadt gehört

Schwerin. Die Landeshauptstadt hat für 450.000 Euro die ehemalige Theaterspielstätte E-Werk erworben und damit ihre beeindruckende Sammlung kommunaler Immobilien um ein weiteres Objekt mit ungeklärter Zukunft erweitert. Mit dem Kauf reagiert die Stadt auf den dringenden Bedarf, öffentliche Gelder in Gebäude zu investieren, von denen niemand weiß, was man damit anfangen soll.

450.000 Euro für den Anfang – der Rest kommt schon noch

Das E-Werk, einst eine lebendige Kulturstätte, in der Theater gespielt und Kunst gefeiert wurde, war zuletzt vor allem für seinen desolaten Zustand bekannt. Sachverständige schätzen die notwendigen Sanierungskosten auf das Drei- bis Fünffache des Kaufpreises. „Aber das ist das Schöne am kommunalen Immobilienmarkt“, erklärt Finanzexperte Dr. Bernd Schuldenberg. „Erst kauft man günstig, dann saniert man teuer, dann steht es wieder leer. Der Kreislauf des Lebens.“

„Eine halbe Million für ein altes Kraftwerk? In Hamburg kriegen Sie dafür nicht mal einen Stellplatz. Schwerin ist das neue Monaco – nur ohne Geld, ohne Meer und ohne Glamour.“

Immobilienmakler Torsten K. aus Rostock, sichtlich amüsiert

Die Stadtvertretung hatte den Kauf mit breiter Mehrheit beschlossen. Was genau im E-Werk passieren soll, wurde dabei bewusst offengelassen. Im Raum stehen unter anderem ein Kulturzentrum, ein Gründerzentrum, ein „Ort der Begegnung“ oder – realistischster Vorschlag – ein weiteres Verwaltungsgebäude, in dem Formulare über die Zukunft des E-Werks bearbeitet werden können.

Die Schwerin-Methode: Kaufen, planen, vergessen

Kritiker verweisen auf die lange Liste städtischer Liegenschaften, die nach dem Erwerb in einen Zustand kreativer Verwahrlosung übergingen. Befürworter halten dagegen: „Immerhin gehört es jetzt uns. Das ist mehr, als man von den meisten jungen Leuten in Schwerin sagen kann – die gehören nämlich längst Hamburg.“

Oberbürgermeister gibt es derzeit keinen, der das Projekt vorantreiben könnte. Aber wie eine aktuelle Studie zeigt, macht das in Schwerin ohnehin keinen Unterschied.

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2 Kommentare

  1. Hallo Herr Roller, ich bin neu auf dieser Seite gelandet.
    Wie kann ein Fremder über Schwerin lästern. Wer im Artikel über den Kauf des E-Werkes das Bild des alten Standesamtes zeigt, hat von Schwerin nicht die geringste Ahnung. Übrigens das es in jedem Artikel eigentlich nur um 3 Themen „ICE“ (welcher Idiot fährt eigentlich Zug), „Überalterung“ und „Schwerinflucht“ geht, wird es schnell langweilig. Mal sehen, ob es besser wird.

    1. Moin Dieter! Erstmal danke, dass du hier gelandet bist. Fremd bin ich in Schwerin ganz sicher nicht — ich bin hier geboren und aufgewachsen. Beim Bild hast du recht, das ist nicht das E-Werk. Wir sind allerdings eine kleine Satireredaktion ohne eigene Fotografen vor Ort und greifen auf frei verfügbare Bilder zurück — Stockfotos, Wikimedia und Co. Manchmal sind die Bilder deshalb eher Sinnbilder für Schwerin als exakte Abbildungen. Ist notiert, wir arbeiten dran!

      Zu den Themen: Ja, ICE, Überalterung und Abwanderung tauchen öfter auf — weil das nun mal die Dauerbrenner sind, die Schwerin seit Jahren beschäftigen. Als Satireplattform nehmen wir das, was die Stadt bewegt, und drehen es auf die Spitze. Aber du hast auch einen Punkt: Schwerin hat mehr zu bieten, und das darf gerne öfter durchscheinen. Bleib dran, wird bestimmt nicht langweilig! 😉

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