Wirtschaft

Schwerin erhält 43 Millionen Euro und plant bis 2035 damit fertig zu werden

Die Landeshauptstadt Schwerin darf sich freuen: Aus dem Sondervermögen des Bundes fließen in den kommenden zehn Jahren satte 43,1 Millionen Euro in die Stadt. Davon gehen 29,1 Millionen an die Schulen, 7,8 Millionen in die Verkehrsinfrastruktur und 6,2 Millionen in „sonstige gesellschaftliche Infrastruktur“ – was auch immer das heißen mag.

Bei der Unterzeichnung des MV-Plans in Güstrow konnte der 1. stellvertretende Oberbürgermeister Bernd Nottebaum seinen Enthusiasmus kaum verbergen: „Wir begrüßen es, dass der Bund die Finanzierung wichtiger Infrastrukturvorhaben übernimmt.“ Ein Satz, der in etwa so überraschend kommt wie die Erkenntnis, dass Wasser nass ist.

Zehn Jahre Zeit – das sollte reichen

Besonders ambitioniert: Die Verwaltung will bereits im März eine Vorlage mit Vorschlägen zur Mittelverwendung einbringen. „Auch wenn wir für die Umsetzung bis 2035 Zeit haben, möchten wir kurzfristig mit der Planung beginnen“, so Nottebaum. Wer Schwerin kennt, weiß: Kurzfristig bedeutet hier in etwa dasselbe wie irgendwann vor dem Heat Death des Universums.

„43 Millionen in zehn Jahren – das sind 4,3 Millionen pro Jahr. Dafür kriegt man in Hamburg nicht mal einen Kreisverkehr saniert.“

Ein Schweriner Bürger, der sich an seinem Optimismus festhält

Zur Einordnung: 29,1 Millionen für Schulen klingen nach viel Geld. Verteilt auf zehn Jahre und mehrere Schulen ergibt das etwa 2,9 Millionen pro Jahr. Zum Vergleich: Der Neubau einer durchschnittlichen Grundschule kostet zwischen 15 und 25 Millionen Euro. Aber hey, vielleicht reicht es ja für neue Tafelkreide und ein paar Reparaturen an den Toiletten aus den 1970ern.

Verkehrsinfrastruktur: Fast acht Millionen für den ÖPNV

Die 7,8 Millionen für Verkehrsinfrastruktur „einschließlich des ÖPNV“ dürften die vier Straßenbahnlinien der Stadt in Extase versetzen. Zumindest theoretisch – praktisch fahren die Bahnen aus den frühen 2000ern ja ohnehin nur bis 20 Uhr, danach ist Schwerin verkehrstechnisch eine Geisterstadt. Aber immerhin: Es tut sich was in der Landeshauptstadt. Irgendwann. Bis 2035.

Ursprüngliche Meldung: Stadt Schwerin Pressemitteilung

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