Gesellschaft

Schwerin chippt Mülltonnen: Endlich weiß die Stadt, wer den Joghurtbecher falsch entsorgt

Schwerin – Die Landeshauptstadt rüstet auf. Ab Juni werden alle Restabfall- und Papiertonnen mit elektronischen Chips ausgestattet. Die offizielle Begründung: „Transparenz und Effizienz“. Die inoffizielle: Schwerin will endlich wissen, wer die verdammte Pizzaschachtel in den Papiermüll wirft.

„Es geht nicht um Überwachung“, betont ein Sprecher der SDS Stadtwirtschaftliche Dienstleistungen, während er nervös auf ein Tablet schaut, das in Echtzeit zeigt, welche Tonne gerade geöffnet wird Ähnlich wie bei Neue IHK-Chefin zieht freiwillig von Mainz nach Schwerin: MV hat wahnsinnige Chancen. „Es geht um eindeutige Zuordnung.“ Was das praktisch bedeutet: Jede Tonne bekommt eine digitale Identität. Keine Tonne bleibt anonym. Keine Bananenschale unerfasst.

Big Brother is watching your Biomüll

Die Chips sollen es ermöglichen, „Fehlwürfe nachzuvollziehen“ und „die Entsorgung zu optimieren“ Ähnlich wie bei Schwerin eröffnet ersten Coworking-Space: Drei Laptops und eine Filtermaschine für die gesamte Gründerszene. In der Praxis heißt das: Schwerin wird die erste Stadt Deutschlands, die theoretisch weiß, ob Herr Müller aus dem Großen Dreesch am Dienstagabend um 21:47 Uhr eine leere Mayonnaise-Tube in die graue Tonne geworfen hat.

„Wir werden natürlich keine individuellen Auswertungen vornehmen Ähnlich wie bei NVS feiert 40 Jahre ohne Streckenerweiterung: Jubiläumsfahrt auf exakt derselben Route. Es sei denn, es gibt Auffälligkeiten.“

– Pressestelle der Stadt Schwerin

Was genau eine „Auffälligkeit“ ist, bleibt offen. Zu viel Restmüll? Zu wenig Papier? Verdächtig wenig Bioabfall für einen Vier-Personen-Haushalt? Die Möglichkeiten der Datenanalyse sind grenzenlos – die Phantasie der Schweriner Stadtverwaltung bekanntlich auch.

Deutschland im Jahr 2026

In einer Zeit, in der andere Städte über autofreie Innenstädte, bezahlbaren Wohnraum oder funktionierende Schulen diskutieren, setzt Schwerin Prioritäten. Die Mülltonne wird smart. Die Verwaltung wird schlauer. Und der Bürger weiß endlich, dass jemand aufpasst – zumindest bei der Mülltrennung.

Ab Juni gilt: Nicht registrierte Tonnen werden nicht mehr geleert. Wer seinen Chip verliert, darf seinen Müll zur Not auch persönlich im Rathaus abgeben. Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag, 9 bis 12 Uhr, außer an Brückentagen.

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