Das Schweriner Schlossmuseum hat eine neue Ausstellung eröffnet, die zeigt, wie es aussieht, wenn man sich Inneneinrichtung leisten kann. Unter dem Titel „Prunkvolle Schätze im Märchenschloss“ präsentiert das Museum die einstige Pracht der mecklenburgischen Großherzöge – für alle, die sich fragen, was man mit dem Geld einer ganzen Region so anstellen kann.
„Damals hatte man noch Geld für sowas.“
Eine Besucherin aus Lankow, vor einem Sessel, auf dem sie sich niemals wird setzen dürfen
Die Ausstellung umfasst vergoldete Möbel, handgewebte Teppiche und Kronleuchter, die mehr kosten als ein durchschnittliches Schweriner Mehrfamilienhaus.
Historische Briefe: „Lieber Bauer, die Pacht wird erhöht“
Besonders beeindruckend: Ein Schreibtisch aus dem 19. Jahrhundert mit Intarsien aus seltenen Hölzern. Die Großherzöge nutzten ihn vermutlich, um Briefe zu schreiben wie „Lieber Bauer, die Pacht wird erhöht.“ Die historische Authentizität ist bemerkenswert.
Das Museum betont den Bildungsauftrag der Ausstellung. „Wir wollen zeigen, wie unsere Vorfahren gelebt haben“, so eine Sprecherin. Gemeint sind natürlich die Vorfahren, die Vorfahren hatten. Alle anderen durften damals das Schloss höchstens von außen bewundern – oder die Fenster putzen.
Gut besucht: Heizung inklusive
Für Schweriner Verhältnisse ist die Ausstellung gut besucht. Viele kommen mehrfach, weil es drinnen geheizt ist und der Eintritt günstiger ist als die eigene Nebenkostenabrechnung.
Die Ausstellung läuft noch bis Ende des Jahres. Danach werden die Schätze wieder verstaut, um Platz für die nächste Ausstellung zu machen: „Mecklenburg-Vorpommern heute: Wie wir die Straßen nicht sanieren.“
Tickets gibt es an der Schlosskasse. Leibeigenschaft wird nicht mehr akzeptiert.
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