Gesellschaft

Räuberpost wird von Hauspost geschluckt: Schwerins Familienzeitung fusioniert – Auflage verneunfacht sich über Nacht

Die „Räuberpost“, Schwerins Familienzeitung mit dem charmantesten Namen seit der „Ostsee-Zeitung“, hat einen neuen Partner. Ab sofort erscheint sie gemeinsam mit der „Hauspost“. Die Auflage steigt dadurch von 8.000 auf 72.900 Exemplare. In Schwerin nennt man das nicht Übernahme – man nennt es „Kräfte bündeln“.

Von 8.000 auf 72.900: Die größte Expansion seit dem Schweriner Schloss

Bisher erreichte die Räuberpost rund 8.000 Haushalte. Jetzt sind es fast 73.000. Eine Verneunfachung der Auflage – ein Wachstum, das selbst die Schweriner Kleingärtner mit ihrem Zucchini-Ertrag nicht hinbekommen würden.

Was bedeutet das konkret? Die Familienzeitung, die bisher vor allem in Kitas und Grundschulen auslag, wird künftig in fast jeden Schweriner Briefkasten gestopft. Ob man will oder nicht. Demokratie in Printform.

„Bewährte Inhalte werden übernommen und weiterentwickelt.“ – Herausgeber Holger Herrmann, der damit das höflichste „Wir machen jetzt alles anders“ seit der deutschen Wiedervereinigung formuliert hat

Räuberpost-Gründerin geht – bleibt aber „im Hintergrund“

Manuela Heberer, die die Räuberpost über Jahre aufgebaut hat, übergibt „vertrauensvoll“ an das Hauspost-Team. Sie bleibe dem Magazin „im Hintergrund“ treu. In der Medienbranche ist das der diplomatische Ausdruck für: „Wir haben ihr einen Stuhl in die Ecke gestellt, aber das Passwort für den Server hat sie nicht mehr.“

Die erste gemeinsame Ausgabe verspricht thematische Vielfalt: Neben Kita-Themen und Jugendumfragen gibt es jetzt auch Beiträge zu Energie, Finanzen, Nahverkehr und Wohnen. Also im Grunde alles, was Schweriner Familien wirklich brauchen: Ablenkung von den Strompreisen.

Immerhin: Das „Räuberland“ – die bisherige Datenbank mit Hebammen, Tagespflegestellen und Kursangeboten – zieht in die Hauspost-App um. Digitalisierung in Schwerin: Es passiert, wenn auch nur in homöopathischen Dosen.

Die nächste Duo-Ausgabe erscheint im Juni. Bis dahin können sich Schweriner Familien auf Osterbuchtipps, Fahrradtouren und Kinderkleider-Börsen freuen. Punk ist tot. Print lebt.

Bildquelle: Alexas_Fotos / Pixabay

Quellen: Schwerin Lokal

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