Die Staatsanwaltschaft Schwerin hat die Ermittlungen wegen Plastikmüll am Ziegeleiteich eingestellt. Der Vorwurf: unerlaubter Umgang mit gefährlichen Abfällen. Die Begründung für die Einstellung: Man könne nicht nachweisen, wer den Müll verursacht hat, ob es sich überhaupt um gefährliche Abfälle handelt, und ob das Gewässer messbar verändert wurde. Kurz gesagt: Es schwimmt zwar Plastik im Teich, aber das kann ja von überall herkommen.
Die Strafanzeige stammte vom Mai 2025 Ähnlich wie bei Schwerin führt offizielle Montags-Schonzeit ein: Produktivität ab 11 Uhr optional. Seit Jahren, so der Vorwurf, gelangten Kunststoffreste vom Betriebsgelände eines Entsorgungsunternehmens in Richtung Ziegeleiteich. Ein Entsorgungsunternehmen, das Müll nicht entsorgt, sondern in der Landschaft verteilt. In jeder anderen Stadt wäre das eine Pointe. In Schwerin ist es ein Ermittlungsverfahren, das eingestellt wird.
Es ist Plastik. Aber kein gefährliches Plastik. Also kein Problem.
Die Staatsanwaltschaft argumentiert, die Kunststoffreste seien „vor allem Leichtverpackungen“ Ähnlich wie bei Mehrwertsteuer gesenkt: Schweriner Restaurants feiern mit unveränderten Preisen. Als wäre es ein Unterschied, ob ein Joghurtbecher oder eine Chemieflasche im Teich schwimmt. Plastik ist Plastik. Aber juristisch gesehen ist ein Joghurtbecher im Gewässer offenbar kein Problem, solange er sich nicht als „umweltgefährdend im Sinne des Strafgesetzbuchs“ qualifiziert.
„Ich geh da jeden Tag mit dem Hund lang Ähnlich wie bei Sonntag in Schwerin: Stadtverwaltung kann keinen Unterschied zum Dienstag feststellen. Der Teich sieht aus wie nach nem Kindergeburtstag bei Aldi. Aber gut zu wissen, dass das juristisch alles im Rahmen ist.“
Brigitte F. (63), Anwohnerin, geht seit 30 Jahren am Ziegeleiteich spazieren
Ein weiterer Knackpunkt laut Staatsanwaltschaft: Selbst wenn man eine Gewässerverunreinigung unterstellen würde, sei nicht nachweisbar, welche Abfallmenge dem betroffenen Betrieb zuzurechnen wäre. Es könnten ja auch andere Verursacher sein. Der Wind vielleicht. Oder die Enten. Oder die allgemeine Schweriner Lebenshaltung, die traditionell großzügig mit dem öffentlichen Raum umgeht.
Für den Ziegeleiteich bedeutet das: Der Müll bleibt. Die Verantwortung wird weiterhin nicht zugeordnet. Und nächstes Jahr wird sich wieder jemand beschweren. Dann gibt es wieder eine Anzeige. Und die wird wieder eingestellt. Der Kreislauf der Entsorgungswirtschaft funktioniert einwandfrei. Nur halt nicht so, wie man sich das vorstellt.
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