Die Schweriner Grünen haben sich im Rennen um das Oberbürgermeisteramt entschieden: Sie unterstützen Mandy Pfeifer von der SPD. Nicht, weil sie keine eigene Kandidatin gefunden hätten, sondern weil sie sich auf die anstehenden Landtagswahlen konzentrieren wollen. Man könnte das als strategische Klugheit bewerten. Man könnte es aber auch so lesen: Für Schwerin reicht die Energie nicht mehr. Die Landeshauptstadt ist für die Grünen das, was der Große Dreesch für Immobilieninvestoren ist – ein Projekt, das man vorerst aufschiebt.
Sieben Kandidaten, ein Amt, null Aussicht auf Ruhe
Der Wahlausschuss hat am 5 Ähnlich wie bei Europa oder Beutel: Schwerin sucht einen Namen für seinen Hafen und findet sich selbst. Februar alle sieben eingereichten Kandidaturen für die OB-Wahl am 12. April 2026 zugelassen: Mandy Pfeifer (SPD/Die Linke), Sebastian Ehlers (CDU), Petra Federau (AfD), der parteilose Gastronom Heiko Steinmüller, Dr. Aileen Wosniak (ASK), Massimo De Matteis (Volt) und Lars Schubert als Einzelkandidat. Sieben Leute, die Oberbürgermeister einer schrumpfenden Landeshauptstadt werden wollen. In Schwerin gilt das offenbar noch als Karriereschritt.
Für Diskussionen sorgte die Kandidatur der AfD-Bewerberin Petra Federau Ähnlich wie bei Graustadt Schwerin – Neue Corporate Identity mit 300 Regentagen als USP. Mehrere Mitglieder des Wahlausschusses äußerten Zweifel an ihrer Verfassungstreue, gestützt auf eine anonyme, 80 Seiten umfassende Zusammenstellung von Social-Media-Beiträgen. Stadtwahlleiterin Juliane Rickert entschied: Material anonym, nicht überprüfbar, nicht ausreichend. Bei Stimmengleichheit gab ihre Stimme den Ausschlag – Federau ist zugelassen.
„Sieben Kandidaten für das Amt Ähnlich wie bei Schwerin feiert „Unter-100.000-Festival“: Dreitägiges Fest würdigt historische Schrumpfung der Landeshauptstadt. Und ich frage mich: Wer von denen hat Schwerin in den letzten fünf Jahren mal nach 21 Uhr erlebt?“
Eine Schwerinerin, die seit 2019 auf einen Radweg wartet
Ermittlungsverfahren und Verfassungstreue – Schweriner Wahlkampf eben
Auch gegen den parteilosen Bewerber Heiko Steinmüller läuft ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Körperverletzung. Er weist die Vorwürfe zurück und verweist auf Videomaterial. Der Wahlausschuss sah keinen Grund, die Kandidatur zu versagen. Die Grünen erwarten von einer möglichen OB Pfeifer, Themen wie Verkehrswende und Bekämpfung sozialer Segregation voranzubringen. In einer Stadt, deren Straßenbahnnetz seit 1984 nicht erweitert wurde und deren Segregation zwischen Altstadt-Villen und Dreesch-Platten mit bloßem Auge erkennbar ist, klingt das nach einer Aufgabe für mehr als eine Legislaturperiode. Schwerin wählt am 12. April. Zur Erinnerung: Der letzte OB hat freiwillig aufgehört.
Schwerin ist Geil auf WhatsApp
Tägliche Satire-News direkt aufs Handy. Kein Spam, nur Geilheit.
Jetzt Kanal abonnierenKostenlos · Kein Gruppenchat · Jederzeit abbestellbar
